Plankirchweih Artikel vom 8.11.2011

 

Eva Habermann ging mit dem Gockel nach Hause

Für die Ehrengäste wurden extra Torten gebacken

 

Eyershausen (hf). Mit der Versteigerung von zuvor in den Haushalten gesammelten Gegenständen ging am gestrigen Dienstagnachmittag die Plankirchweih 2011 zu Ende. Erst in zehn Jahren wird dieser Brauch wieder aufleben. Vier Tage lang herrschte denn auch der Ausnahmezustand in dem Bad Königshofener Stadtteil. Bis in die Morgenstunden hinein wurde gefeiert und Tradition wieder wach. "Gelebte Tradition wird hier alle zehn Jahre lebendig," sagte Stadtrat Philipp Sebald bei der Plankirchweih 2011 und Bürgermeister Thomas Helbling eröffnete am Sonntagnachmittag ganz offiziell die Plankirmes Eyershausen 2011. Höhepunkte waren ganz sicher die schon traditionelle Kirchweihpredigt, bei der so manches außergewöhnliche Ereignis der letzten Jahre kommentiert wurde, aber auch der Hahnenschlag. 60 Versuche waren notwendig und drei Dreschflegel zerbrachen, bis endlich kurz nach 16 Uhr am Montagnachmittag Eva Habermann beim dritten Schlag die Blechdose traf. Mit ihrem Gewinn, einem weißen Gockel, tanzte sie dann einen Walzer.

 

Doch zurück zum Sonntagmorgen. Da stand zunächst der Gottesdienst in der Kirche St. Wendelin an, bei dem Pfarrer Karl Feser auf Bräuche verwies. Sie gebe es im Dorfleben, aber auch in der Kirche. So mancher Brauch sei verstaubt und müsse überholt werden, andere, wie der Plantanz sei dörfliche Tradition, die für die Gemeinschaft wichtig sei. Das betonte auch Bürgermeister Thomas Helbling. Er nannte es anerkennenswert Traditionen und Brauchtum zu pflegen. Gerade in der heutigen Zeit brauchen alle Abwechslung und Frohsinn, um den Alltag bewältigen zu können und wieder Kraft für die nächsten Verpflichtungen und Anforderungen zu schöpfen. "Wir brauchen ein paar Highlights, etwas, worauf wir uns vorher freuen und von dem wir nachher zehren." Dank sagte das Stadtoberhaupt an die Mitglieder des Zechvereins, die viel Zeit in die Vorbereitungen investierten. Gerne, so Bürgermeister Thomas Helbling, habe er die Schirmherrschaft über das Fest übernommen.

"Das hier ist gelebte Kultur-Brauchtum und Tradition zum miterleben," sagte Stadtrat Philipp zu Kreiskulturreferent Hanns Friedrich gewandt. In Eyershausen werde die Tradition groß geschrieben. Das zeigen viele alte Sitten und Bräuche im Dorf. Sebald nannte hier zum Beispiel das Holzrecht "nach dem Herkommen" das es in ganz Deutschland so nicht mehr gibt, aber auch den Plantanz. Dass sich 17 Paare gefunden habe, beweist nach den Worten Sebalds, daß noch sehr viel Interesse und Gemeinschaftsgeist im Ort vorhanden sind. Er erinnerte an den Plantanz 1971 an dem er als Planbursche teilnehmen durfte. Der sei ihm noch in sehr angenehmer Erinnerung. So ging es auch vielen Ehemaligen, die gekommen waren. Dank sagte Philipp Sebald dem örtlichen Musikverein unter Leitung von Otmar Steinweg der vier Tage lang voll eingespannt war. Dank galt den Planpaaren, besonders dem 1. Planburschen Philipp Schmid, dem 2. Planburschen Johannes Pretscher sowie Christoph Brand für die gelungene Festschrift.

Dann allerdings waren erst einmal einige Tanzrunden angesagt, bevor der erste Planbursche Philipp Schmid verschiedene Ereignisse aus dem Vereins- und Dorfleben zu besten gab. Immer wieder gab es Beifall für die gereimten Beiträge und so manch einer wurde da an seine "Taten" erinnert. Auch mahnende Worte gab es ab und zu, zum Beispiel ein Moped nicht zu "frisieren", oder beim Stelzenlauf auf vorhandene Schilder zu achten. Die Ausrede, das Schild, sei bislang noch nicht dagestanden, gelte nicht. Urlauber, die mit dem Wohnwagen nach Italien fahren wurden ebenso auf die Schippe genommen, wie das Klohäuschen an der Kirche oder auch die Feuerwehr und viele andere. Immer wieder gab es Gelächter, denn die Eyershausener, die wußten genau, wer da gemeint war. So ging es auch am Montag weiter, als dann der Zweite Planbursche Johannes Pretscher die Kirchweihpredigt "Teil 2" hielt und speziell auf so manches Dorfgeschehen einging. Zum Beispiel, daß es besser sei die Glut im Grill mit dem Föhn zum glühen zu bringen, oder beim Rückwärtsfahren auf einen Mast zu achten.

Ja und dann hatten die Planburschen- und mädchen an beiden Tagen auch einen besonderen Dorfrundgang zu unternehmen. Sie holten nämlich die Ehrengäste, wie Pfarrer, Bürgermeister, Ortssprecher, Lehrer und auch den Arzt im Ort ab. Natürlich war das Musikkapelle mit dabei und die spielte bei jedem Ehrengast, mal lang, mal kurz zu einem Tänzchen auf. Zuvor allerdings gabs für die Ehrengäste eine Torte. Auch das ist Tradition bei der Plankirchweih in Eyershausen. Die wiederum wurde dann ins Dorfgasthaus getragen, wo sie der Allgemeinheit bei Kaffee und Kuchen zur Verfügung stand. Ja, und sollte mal ein Ehrengast der zuckersüßen Torte nicht widerstehen, mußte er selbst eine, quasi als Ersatz, backen. Bevor es dann zurück ins Dorf ging, war ein kurzer Halt am Kriegerehrenmal an der Kirche. Hier gedachte man der verstorbenen Planpaare, verwies aber auch auf die Unruhen in der Welt und erinnerte, zum Beispiel an getötete Bundeswehrsoldaten. Planbursche Philipp Schmid, bat um eine Schweigeminute, bevor die Eyershausener Musikkapelle den Choral "über den Sternen" intonierte.

Dann aber gings zurück zum Dorf, wo gefeiert und getanzt wurde und am Montag stand hier dann der Hahnenschlag an. Dabei galt es mit einem Dreschflegel eine Blechdose zu treffen. Dazu wurden den Mädchen die Augen verbunden, man drehte sie im Kreis, damit sie die Orientierung verloren und dann war Geschicklichkeit gefragt, denn wer die Blechdose traf, der durfte einen Gockel mit nach Hause nehmen. Jedes Mädchen hatte drei Schläge frei und nachdem zunächst keine der 17 Mädchen getroffen hatte, gings von vorne an. Eva Habermann warf schließlich die Dose um und tanzte mit dem Hahn im Arm einen Walzer. Dann durfte sie das Tier mit nach Hause nehmen. Er  wanderte nicht in den Kochtopf, sondern ist weiterhin Herr einer Hühnerschar in Eyershausen. Übrigens: Insgesamt zwei Dreschflegel "verbrauchten" die Mädels, weil sie bei den Schlägen auf den Asphalt der Straße auseinander brachen. Der gestrige Dienstag brachte einen Dankgottesdienst der Kirmespaare, dann wurden bei Hausbesuchen Gegenstände der verschiedensten Art gesammelt, die am Nachmittag am Dorfplatz versteigert wurden. Wie in den vergangenen Jahren wird auch diesmal vom Erlös des Festes ein Teil wieder einem sozialen Zweck zugeführt.

 

Bildunterzeilen

Eva Habermann hatte am Montagnachmittag die richtige Richtung und traf die Blechdose beim zweiten Durchgang. Damit gehörte ihr der "Kirmesgockel". Foto: Friedrich

Auch das gehört zur Plankirchweih in Eyershausen. Das Mädchen, das den Gockel gewinnt, muß mit ihm einen Walzer tanzen. Dem weißen Hahn gefiel es offensichtlich im Arm der Tänzerin. Foto: Friedrich

Torten brachten die Planpaare am Sonntagnachmittag den Ehrengästen. Danach wurde das Tanzbein geschwungen. Tanzen war an allen vier Tagen übrigens immer wieder angesagt und davon blieben auch die Ehrengästen "nicht verschont." Foto:  Fotostudio Janine Werner

Der erste Planbursche Philipp Schmid bei der Kirchweihpredigt in Eyershausen. Foto: Friedrich

 

 

   Pressebericht Kirchweihsamstag den 5.11.2011

 

13.20 Uhr stand der Planbaum am Dorfplatz

Wem gehört die Kirmes? Uns gehört die Kirmes!

Eyershausen (hf). Um 14 Uhr sollte der Planbaum stehen. So sagen es die Unterlagen der Plankirchweih von Eyershausen. Die Planburschen- und mädchen haben sich daran gehalten: Um 13.20 Uhr stand der Baum am Dorfplatz. Rund 40 Meter ragt er in die Höhe ist bekrönt von der Spitze einer Fichte, die mit rot-weißen Bändern geschmückt ist. Darunter hängt der ebenfalls in den fränkischen Farben geschmückte Kranz. Um das alles "auf die Reihe zu bekommen", waren am Samstag rund fünf Stunden notwendig. Um 7.30 Uhr hieß es für die Kirmesburschen zunächst in den Wald gehen und dort einen von Fachleuten gefällten Baum, eine Kiefer, so schreiben es die Statuten der Eyershausener Plankirchweih vor,  ins Dorf zu holen. Ein nicht leichtes Unterfangen, denn der Baumstamm maß immerhin 26 Meter. Auf dem Traktor wurde er aus dem Wald zum Dorfeingang gefahren.

Dort hatten sich die Burschen dann erst einmal ihr Frühstück verdient. Das brachten ihnen die Planmädchen. Wurst und Brötchen gabs und dazu natürlich einen starken Kaffee, denn viele der Jungs hatten bis in die frühen Morgenstunden hinein ihre Plankirchweih gefeiert. Trotzdem: Ihre Stimme hatten sie nicht verloren und so ertönte immer wieder der bekannte Eyershausener Kirmesschlachtruf: Wem gehört die Kirmes? Uns gehört die Kirmes und "was trinken wir? Bier! Was trinken die anderen: Wasser" Punkt 11 Uhr setzte sich dann der Zug in Bewegung in Richtung Dorfmitte: Voran die Musikkapelle, dann der Kirmesbaum, auf dessen Stamm die Kirmesburschen- und mädchen saßen, danach der Traktor mit der Spitze.

Tradition ist bei solch einer Plankirchweih wichtig, sagt Stadtrat Philipp Sebald, der vor vielen Jahren auch Planbursche war. Dazu gehört, daß der Stamm an der Kirche gedreht wird, damit er dann mit der unteren Seite in das vorgesehene Loch gesetzt werden kann. "Das ist zwar jedes Mal ein Mords Akt, aber das gehört nun mal dazu," erklärt Sebald. Die Burschen und Mädchen vertreiben sich die Zeit damit Bier aus den Gießkannen zu trinken - auch das war schon immer so und ist Kirchweihbrauch. Natürlich bekommen auch die Umstehenden dieses Angebot gemacht. Bürgermeister Thomas Helbling, der dann dazu kam, kam ums Biertrinken aus dem "Gisser" nicht herum. "Ich habe mich schon im Vorfeld mit den Burschen und Mädchen immer wieder getroffen und ich finde die Plankirchweih eine tolle Sache," sagt das Stadtoberhaupt.

Dann sitzen die Jungs und Mädels wieder auf und es geht zum Dorfgasthaus. Dort gegenüber wieder Kirmesbaum dann durch die Spitze ergänzt. Dazu muß der Stamm sowohl der Kiefer als auch der Fichte zur Hälfte geschäftet werden. Genau müssen die halbierten Holzstämme dann aufeinander passen, bevor sie mit Schraubzwingen und Eisenbändern verankert und verschraubt werden. Doch zuvor - beinahe wäre es vergessen worden - muß der von den Mädchen geschmückte Kranz über den Stamm geschoben  und befestigt werden. Dann werden Fichtenbaum und Kieferstamm miteinander verbunden und der Baum kann aufgestellt werden. Dazu war Josef Weber mit seinem Kran gekommen. "Ein nicht ganz leichtes Unterfangen, denn der Baum darf ja nicht beschädigt werden und nicht auseinander brechen. Da muß der Punkt, an dem das Seil befestigt wird, genau stimmen." Kurz vor 13 Uhr schwebt dann der Planbaum 2011 langsam in die Höhe. Vorsicht ist geboten, denn noch immer könnte der Stamm brechen. Schließlich hängt er am Haken des Krans in der Luft. "Geschafft!" sagt Josef  Weber, "jetzt kann nichts mehr passieren."

Langsam schwebt der Stamm zur Seite und wird rund drei Meter in ein vorgesehenes Erdloch versenkt und fest verkeilt. 13.20 Uhr: Der Baum steht kerzengerade, auch wenn's zwischendurch mal nicht so aussah." Unterm strahlend weiß-blauen Himmel flattern die rot-weißen Bänder im leichten Herbstwind, während die Musikkapelle Eyershausen unter der Leitung von Otmar Steinweg eine Tusch spielt. Die Spannung, auch der Umstehenden ist gewichen - die Plankirchweih 2011 in Eyershausen damit eröffnet. Ganz klar, daß da die Planpaare schnell einmal einige Tanzrunden auf dem Asphalt drehten. Noch einige Stunden wird dann an der großen Bühne gezimmert und am Abend, da hatten die Planpaare dann ihre Tanzeinlage - und die war schon etwas Besonders. Einer Polonaise mit den verschiedensten Figuren folgten einige Tänze, bevor sich die Planpaare unter dem Beifall der Gäste verabschiedeten. Übrigens: Mit dabei war auch Bürgermeister Thomas Helbling und der hatte mit seiner Frau, so verriet er, erst einen Tanzkurs besucht und auch die Polonaise mit den Kirmespaaren einstudiert. "Das war es uns wert," sagt seine Frau Sabine und ihr Mann lächelt ihr vielsagend zu. So mancher Kirmesbursche mag das auch gedacht haben, während er sich die Schweißperlen von der Stirn wischte.

 

 

Ganz Eyershausen freut sich auf die Plankirchweih 2011

 

Eyershausen (kev)

Vom 5. bis 8. November findet dieses Jahr im Bad Königshöfer Stadtteil Eyershausen der alle zehn Jahre stattfindende Plantanz statt.

Seit über einem Jahr treffen sich die jetzigen Zecher, um den Plantanz gemeinsam vorzubereiten. Nicht nur das Festprogramm für die lustigen vier Tage muss organisiert werden, sondern auch alte Tänze wie beispielsweise Schottisch oder Rheinländer wurden der heutigen discoverwöhnten Jugend beigebracht. Das „Zechen“ besitzt eine Tradition, die vermutlich seit Jahrhunderten besteht. Früher wurde dieses Fest gefeiert, um die Planmädchen mit den Planburschen zu verkuppeln, sodass diese nicht aus dem Dorf hinausheiraten. Obwohl sich auch heute noch so manches Paar dazu entscheidet nach dem Zechen zusammenzubleiben, ist dies nicht mehr der eigentliche Zweck der großen Veranstaltung. Es herrschen strenge Vorschriften, welche jeweils von den Vorgängern übernommen werden. Wenn die Jugend aus Eyershausen kein Interesse daran hätte die Plankirchweih zu veranstalten, so würde das Zechen im Jahr darauf von dem verheirateten Volk veranstaltet werden. Das wäre dann aber das letzte Zechen. Dem Brauch nach dürfte die Plankirmes danach nicht mehr ausgerichtet werden. Eine weitere Vorschrift ist auch, dass auswärtige Mädchen erst dann mitzechen dürfen, wenn im Ort keine Mädchen mehr übrig sind. Heiratet dieses Paar dann aber nicht innerhalb der nächsten drei Jahre so ist der Bursche verpflichtet einen Hektoliter Bier den anderen Zechburschen zu spendieren. Begonnen wird das Spektakel am Kirchweihsamstag, dem 5. November. In aller Frühe machen sich die Planburschen auf den Weg, um aus dem Eyershäuser Holz den schönsten Baumstamm und die schönste Spitze zu fällen.Anschließend werden gegen 11 Uhr Stamm und Spitze mit Pferden und Traktoren in die Mitte des Dorfes gebracht. Bevor der Planbaum aufgestellt wird, werden Stamm und Spitze von Schmied „zusammengeschäfft“, das heißt beide werden angeschrägt und miteinander verbunden.Außergewöhnlich sind an diesem Tag die Trinkgefäße in Eyershausen. Bier gibt es aus Gießkannen und der Schnaps wird aus der Flasche getrunken. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird der geschmückte Planbaum von den Planburschen bewacht. Im Gemeindesaal findet am Samstag ein Tanz mit „Dance the funky Chicken“ statt.  Nach dem gemeinsamen Kirchgang am Sonntag nehmen die Planmädchen traditionell ihre Burschen zum Mittagessen mit zu sich nach Hause. Ab 14.00 Uhr werden die örtlichen Honorationen wie Bürgermeister, Lehrer und Pfarrer gemeinsam von den Planpaaren zu Hause abgeholt. Überreicht wird ihnen hierbei eine selbstgebackene Torte und ein Bocksbeutel. Auch den Gefallenen der beiden Weltkriege gedenkt die Kirchweihgesellschaft in diesen lustigen Stunden mit einer Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal. Am Plan eröffnet dann der erste Bürgermeister Thomas Helbling offiziell den Plantanz 2011. Ein Highlight, nicht nur für die Dorfbewohner, ist der dann folgende erste Teil der Kirchweihpredigt. Lustige Gegebenheiten des vergangenen Jahrzehnts werden hier auf die Schippe genommen.

Seit Monaten schon, wird überlegt, wer oder was denn bei der Kirchweihpredigt dran kommt. „Ist man vielleicht selbst dabei?“, so wird oft am Stammtisch diskutiert.

Vor und nach der Kirchweihpredigt tanzt die illustre Gesellschaft einige Runden um ihren Planbaum, ehe sie abschließend zum gemütlichen Teil wieder ins Gemeindehaus zieht. Auch am Sonntagabend ist wieder Tanzmusik angesagt. Hier sorgt die Band „NedEX“ für Stimmung. Natürlich lassen es sich die Planpaare nicht nehmen alle Tanzveranstaltungen feierlich mit einer Polonaise zu eröffnen. Nachdem sich die Planpaare am Montag früh etwas Erholung gönnen, werden ab 14.00 Uhr wieder die Ehrengäste abgeholt, um dann den zweiten Teil der Predigt zu lauschen. Nach Tanz und Predigt schließt sich der Gögerschlag an, bei dem die Planmädchen mit verbundenen Augen mittels eines Dreschflegels dreimal die Möglichkeit haben, eine Blechdose zu treffen. Lohn für das erste Mädchen, welches die Dose trifft, ist ein Walzer mit dem Hahn, der während des Schlagens verschont bleibend, in einem Käfig sitzt. Am Abend geht der Tanzmarathon in die dritte Runde, und die Zecher laden ab 20.00 Uhr mit Alleinunterhalter Udo in den Gemeindesaal. Der letzte Plantanztag, der Dienstag, beginnt in aller Frühe, mit einem Dankgottesdienst in der Kirche St. Wendelin. Danach ziehen die Paare im Ort mit der Musikkapelle von Haus zu Haus, um mit den Bewohnern einige Tanzrunden zu drehen. Hier werden sie von den Eyershäusern immer bestens mit Naturalien versorgt. Gesammelt werden bei diesem Anlass Spenden in Form von Geld oder anderen brauchbaren Dingen. Die gespendeten Sachen werden ab 15.00 Uhr am Planbaum zu Gunsten der Planpaare versteigert. Abends um 20.00 Uhr trifft man sich wieder zum Festausklang im Gemeindehaus. So mancher wird nach diesen vier tollen Tagen Erholung brauchen. Vorsorglich ist die Orstdurchfahrt zu den Hauptaktivitätszeiten gesperrt, die Umleitung ist ausgeschildert.

Ganz Eyershausen freut sich schon auf das Zechen und ist ein wenig stolz, dass es wieder so viele traditionsbewusste junge Leute gibt, die diesen jahrhundertelang gepflegten Brauch weiterführen. Gespannt ist man natürlich was der erste und zweite Planbursch Philipp Schmid und Johannes Pretscher in ihrer Kirchweihpredigt zum Besten geben, und ob man vielleicht selbst mit irgendeinem Lapsus darin erwähnt wird.

Freuen tun sich auch besonders die noch lebenden Planburschen und Mädchen der letzten Plantänze. Sie werden sich zu dieser Veranstaltung natürlich wieder treffen und über ihren Plantanz reden und lachen.

Für Speisen und Getränke ist während der ganzen Tage vom Zechverein bestens gesorgt.

 

 

 

Presseberichte zur Plankirchweih 2001

 

Die Mainpost schrieb in ihrer Ausgabe vom Di, 13.11.01:

Vom Kind bis hin zum Großpapa

Plantanz und Kirchweihpredigt lockten jede Menge Gäste nach Eyershausen

Eyershausen (Volker Schmid).

Das ganze Dorf war auf den Beinen, als am Samstag der Planbaum, das Wahrzeichen des Eyershäuser Plantanzes, in den Ort gezogen wurde. Damit war der Auftakt für die alle zehn Jahre stattfindende Plankirchweih über die Bühne. Noch bis heute wird die traditionelle Kirchweih gefeiert.
Die 22 Planpaare saßen allesamt auf ihrem Baum und begrüßten lautstark ihre zahlreichen Gäste. Das Bier floss ab sofort in Strömen und wurde, wie alle zehn Jahre am Plantanz - Samstag, aus Gießkannen getrunken. Die Musikkapelle spielte flotte Weisen und das ganze Dorf, so schien es, begann zu schunkeln. " Vom Kind bis hin zum Großpapa, alles war zum Plantanz da", könnte man dichten. Zu diesem traditionellen Fest kamen Gäste von nah und fern. Eyershäuser , die schon vor Jahren aus dem Ort weggezogen sind, traf man beim Plantanz wieder.
Das Besondere am Eyershäuser Planbaum: Er besteht aus zwei Teilen: Denn dem Stamm wird eine Fichtenspitze "angeschafft". Das bedeutet, dass das Unterteil der Spitze und das Oberteil des Stammes mit Sägen schräg angesägt und nach dem gegenseitigen Anpassen um die Nahtstelle mit Eisenringen verbunden werden. Der Eyershäuser Dorfschmied , Albrecht Schüller , machte diese Arbeit traditionell routiniert.

So hatte man nun den schönsten Stamm und die schönste Baumspitze aus dem Eyershäuser Forst als Plantanz-Wahrzeichen mitten im Ort stehen. Der von den Planmädchen gebundene Kranz krönte das Ganze. Nachdem mit Hilfe eines Kranwagens der Baum aufgestellt worden war, regierte die Dorfjugend den Ort.

Nun musste um den Baum das Tanz-Podium gebaut werden. Gemeinsam arbeiteten die Burschen bis zur Dunkelheit, um tags darauf um den Baum tanzen zu können. Am Abend tanzten dann nicht nur die Planpaare im Tanzsaal bis tief in die Nacht. Es herrschte tolle Kirchweih-Stimmung.

Am Sonntag feierten die Planpaare einen Festgottesdienst in der von den Planmädchen festlich geschmückten Dorfkirche. Dann nahm jedes Planmädchen ihren Burschen mit nach Hause zum Mittagessen, bis um 14 Uhr das Fest weiterging. Alle Planpaare holten dann die Ehrengäste mit der Musikkapelle direkt von ihren Häusern zum Feiern ab. Bevor die Gesellschaft wieder zum Planbaum zog, legte der erste Planbursche am Kriegerdenkmal einen Kranz für die Verstorbenen nieder. Am Planbaum eröffnete dann Bürgermeister Clemens Behr offiziell den Plantanz 2001. Planpaare und Ehrengäste drehten ihren ersten Walzer um den Baum.

Vortrag der Planburschen
Steffen Sebald und Thomas Wirsing , erster und zweiter Planbursche, verlasen nun die sehnsüchtig erwartete Kirchweihpredigt. Sie nahmen dabei allerlei Anekdoten aus dem Dorf aufs Korn. So berichteten die beiden von einem Missgeschick bei den Musikanten, die hatten die Ansage des Dirigenten bei einem Festzug überhört:"Sie höm zwor alle wie gedocht, en Marsch dann schließlich hiegebrocht, bloß was des Chaos ausgelöst, es sin drei verschiedene gewest". Auch die Entwässerungsanlage war Thema. Nachdem nun der Ort an Bad Königshofen angeschlossen worden sei, "was mächt mer denn dann do am Ende, mit unerm Dorf sei Exkremente? Wos jeder jetzt ja zugab muss: Des höm se gschickt gelöst zum Schluss: Mer hot halt a gröss Rohr verlecht, des sich auf Kön stracks zubewecht , dann leitet mer auf diese Weise die ganze ungeliebte Sch..., aus Klo und auch aus dein Nochthoffe, ganz eefach jetzt nach Könichshofe. Drum Leut hölft alle mit dazu , mir sch... jetz Könsofe zu."

Gut eine Stunde dauerte der erste Teil der Kirchweihpredigt. Ärgern sollte sich natürlich keiner, der in der Predigt hochgenommen wird. Eins stand fest: Der ganze Ort war stolz auf die Jugend, die diesen Jahrhunderte alten Brauch weiterführt und natürlich hofft man, dass auch 2011 die nächste Generation wieder so engagiert beim Plantanz dabei ist.

 

 


 

Die Rhoen- & Saalepost schrieb in ihrer Ausgabe vom SA, 27.10.01:

Die Zechgesetze für die traditionelle Plankirchweih sind sehr streng - Baum muss Punkt 14 Uhr stehen

Bad Königshofen-Eyershausen (hf).

Traditionell wird vom 10. bis einschließlich 13. November in Eyershausen die Plankirchweih gefeiert. Bereits jetzt laufen die notwendigen Vorbereitungen beim zuständigen Zechverein. Dietmar Bauer hat in der Festschrift die Eyershausener Plankirchweih aufgearbietet. Danach findet sie alle 10 Jahre statt und dürfte 1899 entstanden sein. Nach mündlicher Überlieferung gilt als sicher, dass seit 1899 alle 10 Jahre eine Plankirchweih stattfindet, mit Ausnahme von 1941, wo das Zechen den Kriegswirren zum Opfer fiel.
Worin besteht nun der Sinn eines solchen Brauches? Als Zeitpunkt wurde wahrscheinlich deshalb der November gewählt, weil dann die Ernte eingebracht, aber auch die Saat schon wieder im Boden schlummert. Unsere überwiegend bäuerlichen Vorfahren freuten sich, dass die beiden wichtigsten Abschnitte im Laufe der Jahre hinter ihnen lagen. Gemeinsam versammelte man sich deshalb auf dem "Plan", wo man in ernsten Worten die Bedeutung dieses Festtages herausstellte, aber auch nicht vergaß, in humorvollen Versen kleine Vergehen der Mitbürger und Anekdoten in Erinnerung zu bringen.
Die Zechgesetze sind sehr streng. Sollte das Zechen einmal ausfallen, weil keine Planpaare zusammenfinden, würde der Brauch der eigentlich nur von Unverheirateten gepflegt wird, ein Jahr später auf die Verheirateten übergehen. Dies wäre dann das letzte Zechen. Der Brauch wäre für immer erloschen. Zechberechtigt war früher jeder Schulentlassene, ledige Burschen, Väter von unehelichen Kindern oder sonst "übel beleumundete Burschen" waren ausgeschossen. Heute müssen die Burschen 18 Jahre und die Mädchen 16 Jahre alt sein, wobei schon einmal Ausnahmen möglich sind.
Ist ein auswärtiger Bursche mit einem Mädchen verlobt, kann die Teilnahme nach gemeinsamer Rücksprache erlaubt werden. Heiratet der Bursche aber das Mädchen nicht innerhalb von drei Jahren, so war früher die Zahlung von 50 Liter Bier, heute ist meist eine Kiste Wein oder ein Hektoliter Bier am Kirchweihsonntag fällig. Früher wurde mit Frack und Zylinder, sowie in weißen Kleidern gezecht. Es ist für jeden Zechbuben Ehrensache, dass er für sein Zechmädchen alles bezahlt. Dafür nimmt das Mädchen den Buben mit nach Hause zum Essen. Ebenso versorgte früher das Mädchen den Buben mit Rauchwaren und kaufte das Zechsträußchen. Jeder Planbursche verpflichtet sich, wenigstens jede dritte Tour mit der Dame zu tanzen.
Am frühen Samstagmorgen wird der Zechbaum und die Planbaumspitze gefällt und vor das Dorf gefahren. Der Baum muss vollkommen unversehrt sein, darf also keine Kratzer haben. Die Mädchen schmücken dann Pferde und Wagen. Sodann wird ein Faß Bier auf den Baum gestellt. Die Mädchen und Burschen setzen sich auf den Stamm und der Zug setzte sich, die Musikkapelle voraus, Richtung Dorf in Bewegung. Immer wieder tönt es dabei:" Wen g´hört die Kirmes? Uns g´hört die Kirmes!" Hierauf folgt der Höhepunkt des 1. Tages! Der Baum wird aufgestellt. Der Baum muß punkt 14 Uhr stehen, wenn die Glocken den Sonntag einläuteten. Hängt dann der Kranz so schief, so heißt es:" Unter den Zechmädchen befindet sich eine, die ein Kind erwartet."

Am Sonntagmorgen holt der Planbursche sein Mädchen von ihrem Hause ab und begibt sich mit ihr zum "Plan". Anschließend findet der gemeinsame Kirchgang statt. Nach dem Frühschoppen sind die Burschen bei ihren Mädchen zum Mittagessen eingeladen. Um 14 Uhr werden in einem von der Musikkapelle angeführten Zug die Ehrengäste: Pfarrer, Bürgermeister, Stadtrat und die Lehrer des Ortes abgeholt. Dabei überreichen der erste und der zweite Zechbursche eine Torte und eine Kanne Wein, seit 1971 einen Bocksbeutel. Am Kriegerdenkmal legt der 1. Zechbursche als Zeichen der Verbundenheit mit den Verstorbenen einen Kranz nieder. Am Plan stellen sich die ersten Zechpaare vor und trinken der Allgemeinheit zu. Der Bürgermeister eröffnet die Kirchweih.
Als Höhepunkt des 2. Tages wird die gereimte Zechgeschichte abwechselnd von den beiden ersten Zechburschen vorgetragen. Dann folgen die Extratouren: ein Walzer, ein Rheinländer und ein Schottisch. Tags darauf wird die Kirchweihpredigt vorgetragen. Anschließend folgen drei Touren für die Planpaare, dann die Touren für die Schuljugend und die kleinsten. Einen weiteren Höhepunkt stellt der sogenannte "Hahnenschlag" dar. Einem Mädchen werden die Augen verbunden, und es muss versuchen, mit einem Dreschschlegel in drei Versuchen eine Blechdose zu treffen. Erst dann, wird der echte Hahn aus der Kiste geholt, und das Planmädchen tanzt mit dem Federvieh einen Walzer.
Am Kirchweihdienstag findet der gemeinsame Kirchgang statt. Nach dem von den Zechbuben bestellten Dankgottesdienst wird in jedem Haus im Dorf ein Ständchen gespielt. Am Samstag darauf wurde früher der Zechbaum umgelegt und öffentlich an den Meistbietenden versteigert. Heute geschieht dies am Faschingsdienstag. Der Erlös wird heute wie damals der Zechkasse zugeführt.
Begnügten sich die Planburschen früher mit einer kleinen Abschlussfeier, so organisiert man heute einen gemeinsamen Ausflug. So waren die jungen Leute 1971 in Amsterdam, 1981 und 1991 jeweils in Österreich auf großer Fahrt. Man vergaß aber dabei nicht, einen Teil der Einnahmen für einen guten Zweck bereitzustellen. Seien es neue Glocken, Kriegergedächtniskapelle, Gedächtnistafel für die Gefallenen, Restaurierung eines Feldkreuzes, Christbaumbeleuchtung und für Spielgeräte für den Kindergarten.

 


Die Mainpost schrieb in ihrer Ausgabe vom Di, 13.11.01 im Teil "Das Thema":

Damit die Mädchen im Dorf bleiben

Nur alle zehn Jahre wird die Plankirchweih in Eyershausen gefeiert

Eyershausen (Helmut Glauch).

Wer in Eyershausen (Lkr. Rhön-Grabfeld) Planbursch oder Planmädchen werden will, muss einige Voraussetzungen mitbringen. Die Bereitschaft, Bier aus Gießkannen zu trinken, stundenlang auf einem Baumstamm zu sitzen und eventuell den Rest des Lebens mit dem beim Plantanz gewählten Partner zu verbringen, sind nur einige davon.
Die Plankirchweih in Eyershausen, die nicht ganz ohne Grund im Dorf auch "Das Zechen" genannt wird, ist keine alltägliche Kirchweih. Nur alle zehn Jahre findet sie statt, und weil das so ist, lässt man es ordentlich krachen. Wie bei allen Bräuchen ist auch in der Eyershäuser Plankirmes ein tieferer Sinn verborgen. Der November war aus bäuerlicher Sicht eine ideale Zeit, ordentlich zu feiern. Die Ernte war eingebracht, die neue Saat auf dem Feld, und es war Zeit, etwas für die gute Laune und für die Liebe zu tun.
Der tiefere Sinn der Eyershäuser Kirb ist nämlich , die Planmaiden für einen der strammen Dorfburschen zu begeistern, um zu verhindern, dass die Mädchen "nach auswärts" heiraten. "Wenn sich auch nur ein Paar entscheidet, nach der Plankirchweih zusammen zu bleiben, dann hat sich das Zechen gelohnt", hieß es früher im Dorf.
Wieviele Ehen dank der Plankirmes geschlossen wurden, ist unklar. Der Brauch ist bereits Jahrhunderte alt. Erst seit 1899 wird das Ereignis auch dokumentiert. Nur einmal, 1941, fiel der Brauch dem Zeitgeschehen zum Opfer. Die Plangesetze sind eisern und müssen streng befolgt werden. Am Samstag in aller Früh machen sich die jungen Männer auf in den Wald und fällen die mächtigste Fichte , die sie finden können. Am Dorfplatz aufgerichtet, kündet sie weithin ins Land von der Plankirmes in Eyershausen. Den Baum schmückt ein kunstvoller Kranz, den die Mädchen am Abend zuvor geflochten haben. Aber Obacht: Hängt der Kranz schief am Stamm, dann bedeutet dies, dass eines der Mädchen schwanger ist. Mit dem Ruf "Wem ghört die Kirmes - Uns ghört die Kirmes" und Bier aus Gießkannen ziehen die Burschen mit ihrem Baum ins Dorf ein. Klar, dass die Mädchen sich nicht zweimal bitten lassen und auf dem Stamm Platz nehmen. "Stammhalter" gibt es nicht, denn die sollen ja das Ergebnis sein. Der Stamm muss übrigens unverletzt am Dorfplatz ankommen. 1971 wurde einmal zu früh die Rinde geschält, und schon mussten die Burschen einen neuen Baum schlagen. Die Planburschen der letzten Dekade wachen mit Argusaugen darüber, dass auch alles richtig gemacht wird. Teilnehmen darf eigentlich nur unverheiratetes Eyershäuser Urgestein. "Übel beleumdete Burschen" oder solche, die schon uneheliche Kinder in die Welt gesetzt haben, bringen auch heute noch keinen Fuß auf den Kirmesplatz. Ein wenig gelockert hat sich die Auslegung der Gesetze jedoch schon: Ist ein Eyershäuser Bursch oder ein Mädchen bereits mit einem "Auswärtigen" liiert, dann muss der Zechverein (die Organisatoren) das absegnen. Das wird in der Regel auch erlaubt, aber wenn diese Verbindung nicht innerhalb von drei Jahren vor dem Altar endet, dann wird "zur Strafe" ein Hektoliter Bier fällig.
Nicht gerüttelt wird aber daran, dass die Plankirmes Männersache ist. "Die Mädchen haben nichts zu sagen, und sind auch vom Zechen ausgeschlossen", betont der Zechverein. Sollte es ein Mädchen wagen, den Planbursch, der sie erwählt hat, abzuweisen, ist das Thema Kirchweih für sie erledigt. "Körbe" verteilen ist erst hinterher zulässig. Beim Tanz am Sonntag unter dem Kirbbaum konnten die in diesem Jahr 22 Planpaare beweisen, wie gut sie die vergangenen Tage verkraftet hatten. Seit 20 Jahren wird zur Vorbereitung der Plantänze sogar ein eigener Tanzkurs organisiert, denn die Jugend hat es heutzutage nicht mehr so mit dem Walzerschritt.

 


Die Mainpost schrieb in ihrer Ausgabe vom SA, 10.11.01:

Plankirchweih in Eyershausen - Die Paare stehen bereit

Eyershausen (HG).

Alle zehn Jahre findet die Plankirchweih in Eyershausen statt. An diesem Wochenende ist es soweit und 22 Planpaare (im Bild) warten auf ihren großen Auftritt. Heute um 11 Uhr wird der Planbaum in der Ortsmitte aufgestellt. Abends ab 20 Uhr spielt das "Duo Firebirds" im Gemeindesaal. Am Sonntag beginnt um 9.30 Uhr der Gottesdienst in der Kirche St. Wendelin. Um 14 Uhr werden die zahlreichen Ehrengäste abgeholt. Nach der Totenehrung und der Eröffnung des Plantanzes wird der erste Teil der Kirmespredigt verlesen. Der beschäftigt sich mehr mit der "internationalen Lage". Was so alles im Dorf geschehen ist, kann man im zweiten Teil der Kirmespredigt hören. Die wird am Montag ab 14 Uhr zum besten gegeben. Am Sonntag ab 20 Uhr sorgt "Günthers Musik - Express" im Gemeindesaal für Stimmung. Am Montag um 14 Uhr findet der traditionelle Hahnenschlag statt. Außerdem wird der bereits erwähnte zweite Teil der Kirmespredigt vorgetragen. Am Montagabend sorgt das "Duo Soundbox" im Gemeindesaal für Stimmung. Das Kirchweih - Finale steigt am kommenden Dienstag. Um 8.30 Uhr wird der Dankgottesdienst in der Eyershäuser Kirche beginnen. Eine Stunde später wird von Haus zu Haus gezogen und gesammelt. Was da alles zusammenkommt, wird ab 15 Uhr versteigert.

 

 


 

Die Rhoen- & Saalepost schrieb in ihrer Ausgabe vom Mi, 14.11.01:

Der Gockel überlebt die Plankirchweih 2001

22 Planpaare hielten wieder Tradition wach

Bad Königshofen (hf).

Mit einem Dankgottesdienst begannen am gestrigen Dienstagmorgen die Burschen und Mädchen des Zechvereins Eyershausen bei Bad Königshofen den letzten Tag des Plantanzes 2001. Nach dem Gottesdienst wurde noch einmal im wahrsten Sinn des Wortes durch das Dorf getanzt, nämlich von Haus zu Haus. Festausklang war dann um 20 Uhr in der Gemeindegaststätte.

Zum letzten Mal erklang denn auch gestern der Planpaare Ruf: "Wem gehört die Kirmes? Uns gehört die Kirmes! Wem gehört sie? Uns!" Geschafft waren sie nach diesen anstrengenden Tagen allesamt. Trotzdem wurde durchgehalten und gefeiert was das Zeug hielt. Nachdem am Sonntag der erste Teil der diesjährigen Kirmespredigt verlesen wurde, ging es am Montag weiter.

Steffen Sebald, erster Planbursche weiß, dass viel Zeit notwendig war, um die Kirchweihpredigt fertigzustellen, die natürlich in Eyershausener Mundart vorgetragen wurde. Da ging es zum Beispiel um ein Maifeuer, das Eyershausener Burschen im nahegelegenen Ipthausen vorzeitig anzünden wollten. Sie hatten jedoch das Feuerzeug vergessen. Oder um Bürger, die nach Bad Königshofen unterwegs waren und nicht wieder aus der Stadt herausfanden. Schließlich stellte sich heraus, dass sie gar nicht in Bad Königshofen waren, sondern am anderen Ende des Dorfes.

Mut war da manchmal schon gefragt, denn die Eyershausener nannten so manches beim Namen. Das, so sagt Steffen Sebald, gehöre halt zur Kirmespredigt dazu. Wer keinen Spaß verstehe, der dürfe sich dort halt nicht sehen lassen. Er weiß aber auch, dass sich mancher insgeheim ärgert, allerdings auch wieder stolz ist, dass gerade er in der Kirmespredigt erwähnt wurde. "So richtig verärgert haben wir eigentlich niemanden und Angst, dass wir Ärger kriegen, haben wir auch nicht", sagen die beiden "Ober-Planburschen" Steffen Sebald und Thomas Wirsing.

Zur Kirchweih gehört in den fränkischen Dörfern der Hahnenschlag. Nach alter Sitte muß ein Hahn für die Sünden des Dorfes sterben. Dazu wird das Tier üblicherweise unter einen Blumentopf gesetzt. Diesen müssen die Mädchen dann treffen. Letzteres ist auch in Eyershausen so, doch etwas ist anders. Das konnten die Umstehenden am Montagnachmittag erleben. Da saß der Hahn nämlich nicht, wie üblicherweiße unter dem Topf, auf dem geschlagen wurde, sondern friedlich in einer Kiste daneben. Steffen Sebald begründet dies damit, dass schon bei der Kirchweih vor zehn Jahren keiner der Mädchen mehr auf den Hahn unterdem Topf schlagen wollte. Allerdings blieben die Vorgaben, dass diejenige, die den Topf trifft, mit dem Gockel eine Walzertour tanzen muß.

Tanja Stenzinger traf die Blechbüchse, tanzte mit dem Hahn und nahm ihn mit nach Hause. Wandert der nun in den Kochtopf? "Aber nein", sagt sie und nennt den heimischen Bauernhof. Da gebe es so viele Hühner, dass da der Hahn sicherlich eine Freude dran habe. "Der soll weiterleben!". Als am gestrigen Dienstagabend der Plantanz 2001 zu Ende ging, war für die Burschen und Mädchen eines wichtig: Dabei gewesen zu sein in der Gemeinschaft von Eyershausen, einen mehr als 100 Jahre alten Brauch hochzuhalten und mitzumachen. "Man muß als Eyershäuser einmal im Leben einen Plantanz mitgemacht haben", betonte der zweite Planbursche Thomas Wirsing und Steffen Sebald ergänzte: "Wir erinnern uns ganz sicher immer wieder daran, vor allem dann, wenn 2011 der Plantanz durchgeführt wird und wird Zuschauer sind."

 


Die Mainpost schrieb in ihrer Ausgabe vom DO, 15.11.01:

Wo die Männer auf Verkehrsinseln schlafen und Hundefutter essen

Gögerschlag zum Finale der Eyershäuser Plankirchweih

Eyershausen (VOS).

Der Kirchweihmontag des Eyershäuser Plantanzes stand ganz im Zeichen der Kirchweihpredigt mit dem anschließenden Hahnenschlag.
Nachdem alle Paare gemeinsam die Ehrengäste abgeholt hatten, rief der erste Planbursch, Steffen Sebald, zur Kirchweihpredigt. Silke Bieber, eines der Planmädchen, hatte diese verfasst und in Versform gebracht.
Peinlichkeiten aus dem letzten Jahrzehnt wurden ohne Namensnennung vorgebracht, die Eyershäuser jedoch wussten schon, wem ein Lapsus passiert war.
So war ein Mann nach einer Hochzeitsfeier in Trappstadt zu Fuß zurück unterwegs nach Eyershausen. Der Alkohol hatte ihm so die Füße gelähmt, dass er auf der Verkehrsinsel von Trappstadt kommend, sich schlafen legte. "Do schläfft doch eener guck mal her, auf der Insel vom Verkehr! Und des noch mitte auf die Ströß. Leut, des söllt mer lieber läss, so einsam senn die Inseln net, wenn auße der Verkehr röm geht". Ja so mancher kriegte sein Fett in der Predigt ab, aber zu diesem Anlass wird in Eyershausen nicht geärgert, sondern darüber geschmunzelt.
Einen anderen Eyershäuser Mann packte nachmittags der Hunger und er aß zum Kaffee die Kekse, die Hundekekse waren. Als ihn dann seine Frau fragte:"Do sooch eemal, host du denn gsähn, wo die Keks hiekomme sän, grood worn se do, jetzt senn se furt. Do ergreift der Mo es Wurt: Wollst du aa noch was davo? Da ist jetzt leider nix mer do, die hob ich alee jetz verputzt, do guckt die Fraa dann ganz verdutzt. Och Moo, däs du mich a net frächst, des worn doch do dem Hund sei Keks! Der Moo der hat en gute Mooche, er hat die Keks net schlacht verdroche. Dann ist wohl echt alles in Butter, mit die Qualität vo Hundefutter."
Der Kirchweihpredigt folgte ein weiterer Höhepunkt des Plantanzes, der sogenannte "Gögerschlag". Hierbei wird aber nicht der Göger geschlagen, sondern ihm wird sogar die Ehre eines Walzertanzes zuteil. Die Mädchen werden in der Reihenfolge des Alters ihrer Burschen, mit verbundenen Augen in einen Kreis, den die Planpaare bilden, gestellt. Nun schlagen sie mit einem alten Dreschflegel drei mal um sich auf den Boden, um eine dort stehende Blechdose zu treffen. Die fünfte in der Reihe , Tanja Sterzinger, bewies mit ihrem zweiten Schlag Treffsicherheit und ließ die Dose scheppern. Sie hatte nun die zweifelhafte Ehre, den Hahn an Füßen und Flügeln in den Arm zu nehmen und mit ihm den Schneewalzer zu tanzen.
Die ersten Takte war das Federvieh recht aufgeregt, aber nach einigen Drehungen beruhigte er sich und drehte sich stolz mit Tanja im Takte der Musik. Alle waren zufrieden mit dem tollen Ablauf des Kirchweihmontages. Besonders die Kirchweihpredigt in Eyershäuser Mundart, von Silke Bieber, war ein Genuss für die Ohren und man beginnt ab sofort wieder Pointen für die Predigt 2011 zu sammeln.

 


Die Rhoen- & Saalepost schrieb in ihrer Ausgabe vom Di, 13.11.01:

Plantanz bei strahlendem Sonnenschein:

Ein Dorf feiert die 100-jährige Tradition

Hahnenschlag, Walzer und Rheinländer: Der große Auftritt für 22 unverheiratete Paare

Eyershausen (hf).

Auch 100 Jahre nach ihrer Gründung ist der Plantanz in Eyershausen noch lebendig wie nie zuvor. 22 unverheiratete Paare bereiten sich seit Monaten auf das alle zehn Jahre wiederkehrende Ereignis vor, an dem nur unverheiratete Burschen und Mädchen teilnehmen dürfen. Beginn war am Samstagmorgen mit dem Fällen des Planbaumes, der dann ins Dorf gespielt wurde. Am Sonntag gab es einen Gottesdienst, am Nachmittag den Plantanz mit Kirchweihpredigt. Ein Höhepunkt dürfte am heutigen Montag der Hahnenschlag sein.

Dabei muß ein Mädchen mit verbundenen Augen einen Topf treffen, unter dem in Eyershausen nicht ein Hahn sitzt. Der steht abseits in einem Käfig. Das Mädchen, das den Topf trifft, darf muß mit dem Federvieh im Arm um den Planbaum tanzen. Im Gegensatz zu anderen Kirmesbräuchen wird der Hahn nicht geschlachtet, sondern darf von dem Mädchen mit nach Hause genommen werden. Dort kommt er dann meist in den Hühnerstall.

In den vergangenen Monaten haben die Mädchen und Burschen schon ganz schön geschwitzt. Sie mussten nämlich fränkische Tänze einüben. Das war nicht ganz einfach. Walzer und Rheinländer mußten sitzen, denn beim Auftritt da schauten doch einige zu. Doch zurück zum Samstag. Früh aufstehen, hieß es da für die Burschen, die sich um 7.30 Uhr aufmachten, um im nahegelegenen Wald den Planbaum zu holen. Eine 22 Meter hohe Fichte wurde ausgewählt und mit Unterstützung von Waldfachleuten gefällt. Wenn auch die Spitze im oberen Bereich abgebrochen war, so fiel das zum Schluß nicht auf. Mitgenommen haben die Burschen allerdings die Spitze.

Gegen 9.30 war man dann wieder im Dorf, wobei die Planmädchen dafür zu sorgen hatten, dass die fleißigen Planburschen auch entsprechend verköstigt wurden. Deshalb gab es am Ortseingang eine kräftige Brotzeit, warme Getränke und einiges mehr. Punkt 11 Uhr hieß es dann: Einzug ins Dorf. Auf dem Planbaum sitzend ließ sich die Kirmesgesellschaft einmal bis zur Kirche und wieder zurück zum Aufstellpunkt des Planbaumes fahren.

Dann hieß es: Ärmel hochkrempeln und anpacken. Der Stamm mußte vom Wagen gehoben und die Spitze "angeschäfft" werden. Auch hier gab es wieder tatkräftige Unterstützung von den früheren Planburschen. Die Planmädchen holten in der Zwischenzeit den großen Kranz, den sie tags zuvor in den fränkischen Farben geschmückt hatten. Fachgerecht wurden die Ketten, an denen er hing an den Stamm geschraubt und schließlich mussten traditionsgemäß noch 22 rot-weiße Schleifen am Baum selbst befestigt werden.

Kurz vor 13 Uhr war bereits Josef Weber aus Bad Königshofen mit seinem Kranfahrzeug vor Ort um den rund 30 Meter hohen Planbaum von Eyershausen in die Höhe zu hieven. Allgemeines Aufatmen der Planburschen und Planmädchen: Der Kranz hing gerade. Eingekeilt in den Boden eingelassen stand er und kündete weithin davon, dass in Eyershausen nach zehn Jahren wieder Plankirchweih ist. Doch die Arbeit für die Planburschen und -mädchen war noch nicht getan: Die Bühne, rund um den Baum mußte aufgebaut werden und am Abend sollte auch der erste Einzug erfolgen, allerdings im gegenüberliegenden Gasthaus.

Sichtlich müde und erschöpft traf man sich Punkt acht Uhr, um den Tanzabend mit einer Polonaise und einem Walzer zu eröffnen. Wenn auch der eine oder die andere den Blick auf die Füße gerichtet hatte, um den richtigen Schritt zu tun, klappte doch alles wie am Schnürchen. Der gestrige Sonntag sah den Kirchenzug mit anschließendem Gottesdienst um 9.30 Uhr vor, am Nachmittag um 14 Uhr wurden die Ehrengäste abgeholt. Dem Totengedenken mit Kranzniederlegung am Ehrenmal vor der Kirche folgte dann der Zug zum Planbaum und zum ersten Plantanz, sowie dem ersten Teil der Kirmespredigt für das Jahr 2001.

 

 


 

Die Mainpost schrieb in ihrer Ausgabe vom MO, 12.11.01:

"Wem ghört die Kirmes? - Uns ghört die Kirmes!"

Eyershausen (HG).

Wer in Eyershausen Planbursch oder Maid sein will, der muss ein paar spezielle Fähigkeiten mitbringen.Das Biertrinken aus Gießkannen und das sichere Sitzen auf einem sich fortbewegenden Baumstamm sind nur einige davon. Dass sie so was und noch mehr können, bewiesen die 22 Eyershäuser Planpaare schon am Samstag. In aller Früh und bei winterlichen Temperaturen wurde in den Wald aufgebrochen um eine 24-Meter-Tanne nicht nur zu fällen, sondern mittels historischer Traktor-Kraft in die Dorfmitte zu transportieren. Dort wurde die Riesentanne aufgestellt, auf dass sie bis Dienstag davon künde, dass die Kirchweih im Dorf ist. Wer nun denkt, dass man den Baum ganz einfach aufstellt, der irrt. Die uralten Plangesetze sind streng. Der Baum, dessen Spitze vorher abgetrennt und später mit Eisenklammern wieder am Stamm befestigt wird, darf ansonsten keinen Kratzer haben. Vor dreißig Jahren fehlten Teile der Rinde am Baum und schon mussten die Burschen los und einen neuen Baum im Wald holen. Und wenn er dann steht, der Baum, dann muss darauf geachtet werden, dass der Kranz auch nicht schief hängt. Das würde nämlich bedeuten, dass ein Mädchen , das darunter steht, ein Kind erwartet. Und das wär ja auch irgendwie nichts, denn schließlich ist der Sinn der Übung ja, junge Leute zusammenzubringen, am besten fürs ganze Leben. Alle zehn Jahre findet die Plankirchweih, die auch "Zechen" genannt wird, statt.

 

 


 

Die Mainpost schrieb in ihrer Ausgabe vom Fr, 16.11.01:

Plangeiß erinnert an die Kirchweih

Eyershausen (HF).

Mit einem Tanz durchs Dorf und einer Sammlung für eine Versteigerung endete am Dienstag der Plantanz in Eyershausen. Viel Freude bereitete den jungen Leuten nicht nur der Tanz an den einzelnen Anwesen, sondern auch das , was sie dort für die Versteigerung ergattern konnten. Im großen "Warenversteigerungsangebot" waren Gartenzwerge, künstliche Blumen, Gestecke, eine Wohnzimmerlampe und ein Zentner Kartoffeln. "Highlight" der Auktion war ein junger Geißbock. Ging die Wohnzimmerlampe für einen Pfennig weg, so brachte das eine oder andere gute Stück zwischen fünf und zwanzig Mark. Das Geißlein hatte schnell eine Besitzerin gefunden. Ein Planmädchen nahm das Jungtier als Erinnerung an die Kirchweih mit nach Hause.

 

 


 

Die Mainpost schrieb in ihrer Ausgabe vom Di, 13.11.01 im Teil "Das Thema":

Einen Walzer mit dem Gockelhahn

Feste Regeln und ein immer gleicher Ablauf

Eyershausen (HG).

Nicht nur der Zehn-Jahres-Rhythmus ist bei der Plankirchweih in Eyershasen (Lkr. Rhön-Grabfeld) festgeschrieben. Alles läuft nach uralten Regeln ab, die strikt eingehalten werden müssen. Extra-Touren werden nur auf dem Tanzplatz gedreht. Der Planbaum zum Beispiel muss während der ganzen Nacht vor dem Kirchweihsonntag beschützt werden. So schieben abwechselnd zwei Burschen Wache, während die übrige Kirmesgesellschaft in den Sonntag hinein das Tanzbein schwingt. Morgens Ausschlafen gibt es nicht: Der Kirchgang am Sonntag ist Pflicht. Nach dem Frühschoppen dürfen die jungen Männer , die mindestens 18 Lenze zählen müssen, bei ihren Planmädchen zum Mittagessen antanzen. Eine gute Gelegenheit für deren Mütter, die potenziellen Schwiegersöhne zu begutachten. Hochoffiziell wird es am Sonntagnachmittag. Angeführt von der Musikkapelle, holen die Planpaare die Honoratioren des Dorfes ab. Pfarrer, Bürgermeister, Räte und Lehrer werden zum Festplatz geleitet. Die Chef-Zechburschen überreichen ihnen eine Torte und eine Kanne Wein. Auch beim Tanzen wird streng auf die Tradition geachtet. Walzer, Rheinländer und Schottisch werden getanzt, bevor die "gereimte Zechgeschichte" oder auch Kirchweihpredigt zum Besten gegeben wird. "Alles , was sich im Dorf während der vergangenen zehn Jahre ereignet hat, und was würdig ist, in der Kirmespredigt erwähnt zu werden, ist dabei", verrät Volker Schmid, vor zehn Jahren selbst Planbursche. Heute Familienvater, wacht er zusammen mit seinen ehemaligen Zech-Kollegen darüber, dass der Nachwuchs die Regeln einhält. Beim " Hahnenschlag" am Kirchweihmontag versucht ein Mädchen mit verbundenen Augen , mit einem Dreschflegel eine Blechdose zu treffen. Trifft sie , dann wird der echte Hahn aus einem Verschlag befreit, und das Mädchen muss einen Walzer mit dem Göger tanzen. Am Dienstag geht es erst mal wieder in die Kirche. Den Gottesdienst haben die Zechbuben bestellt. Anschließend wird vor jedem Haus ein Ständchen gespielt. Mit dem Spruch "Wir sind vom Zechverein und sammeln heut die Gaben ein" wird um Naturalien und andere Gegenstände gebeten, die am Nachmittag zu Gunsten der Kirb-Kasse versteigert werden. Zum Dank winkt der Dame des Hauses ein Tänzchen. Auch der Planbaum wird zu Geld gemacht. Genau eine Woche darf er stehen. Dann wird er versteigert. Der Erlös kommt in die Zechkasse , damit die nächste Generation schon mal eine finanzielle Basis für die Kirb 2011 hat.