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Gießkannen werden erst ein Jahr später zu Trinkgefäßen

Plantanz in Eyershausen wird auf 2022 verlegt

Eyershausen (vos)


Bedingt durch die Unsicherheit in Sachen Coronapandemie haben sich die Planburschen aus Eyershausen dazu entschieden, den für 2021 terminierten Plantanz auf das Jahr 2022 zu schieben. Normalerweise findet der Plantanz im Bad Königshöfer Stadtteil alle 10 Jahre statt, diesen Rhythmus kann man diesmal nicht halten. Zu umfangreich und langwierig sind die Vorplanungen für diese traditionelle Veranstaltung welche nach mündlicher Überlieferung seit über 120 Jahren stattfindet. Wahrscheinlich ist jedoch, dass der Plantanz, der in Eyershausen auch „das Zechen“ genannt wird, seit Jahrhunderten aufgeführt wird. Die einzige Ausnahme war 1941 als der Plantanz den Kriegswirren zum Opfer fiel. Es müssen Bands gebucht, Verträge mit Dienstleistern geschlossen, die Kirmespredigt geschrieben und natürlich traditionelle Tänze in einem Tanzkurs geübt werden. All das, so haben sich die Planburschen entschieden, wird auf das nächste Jahr verschoben. Die Gießkannen in welchen am Kirchweihsamstag das Bier ausgeschenkt wird, bleiben heuer ungefüllt.
11 Planpaare haben sich diesmal gefunden um diese Tradition aufrecht zu erhalten. Ziel des Plantanzes war es eigentlich, dass nicht so viele junge Leute aus dem Dorf wegziehen und Partner im Ort finden. Diesen Zweck erfüllt die Veranstaltung heutzutage natürlich nicht mehr. Am Kirchweihsamstag wird der Planbaum geschlagen und aufgestellt. Vorher wird, ein von den Mädchen geschmückter Kranz am Baum befestigt. Am Sonntag dann wird nach der Abholung der Ehrengäste, die Kirchweih vom 1. Bürgermeister offiziell eröffnet. Nach der Eröffnung schließt sich der erste Teil der Kirchweihpredigt an. Am Montag ist nach dem zweiten Teil der Predigt der Hahnenschlag. Die Besonderheit hierbei ist es, dass die Planmädchen nachdem sie blind versuchen ein Gefäß mit drei Schlägen zu treffen, dass das Mädchen welches das Gefäß getroffen hat, einen Walzer mit einem Hahn tanzen darf.
Am Kirchweihdienstag trifft sich die Plantanzgesellschaft in aller Früh zum Dankgottesdienst. Anschließend tanzen die Paare von Haus zu Haus mit den Hausfrauen und sammeln dort nützliche Gegenstände welche am Nachmittag am Planbaum zu Gunsten der Zecher versteigert werden.
Die Planburschen müssen ihre Mädels natürlich während des ganzen Wochenendes selbstverständlich freihalten und sie zu den offiziellen Punkten auch in ihrem Elternhaus zuhause abholen. Dafür sind die Burschen am Sonntag zum Kirchweihmittagessen zuhause bei den Mädchen zu Gast.
Schon im letzten Jahr formierten sich die Burschen und wählten die beiden ersten Planburschen und eine Vorstandschaft für die Verteilung der gemeinsamen Aufgaben. Max Homer ist der erste Planbursch, Jonas Katzenberger der zweite. Diese beiden sind hauptsächlich für die mit Spannung erwartete Kirchweihpredigt zuständig. Die Organisation der Veranstaltung obliegt dem Zechverein mit der Vorstandschaft. Hier steht Moritz Homer an der Spitze und wird von Johannes Katzenberger als Stellvertreter unterstützt. Das Protokoll führt Lorenz Hemmerich und die Kasse führen Jannik Katzenberger und Andreas Eschenbach.
Um einen kleinen Grundstock in der Plantanzkasse zu haben, wurden bereits 2020 kleinere Veranstaltung Coronakonform durchgeführt. Dies dient natürlich zur Verbesserung des Startkapitales der Plantänzer.
Einen Teil des Gesamtgewinnes vom Fest stellt der Zechverein immer für einen guten Zweck in Eyershausen zur Verfügung.

 

Am Dorfbrunnen


Die Gießkannen aus denen beim Eyershäuser Plantanzsamstag Bier getrunken wird, werden noch ein weiteres Jahr auf ihren Einsatz warten.  Der erste Planbursche Max Homer (Mitte), der Vereinsvorsitzende Moritz Homer (rechts) und der zweite Planbursche Jonas Katzenberger haben mit den restlichen Planburschen den Beschluss gefasst, den Eyershäuser Plantanz auf das Jahr 2022 zu schieben.

Quelle: Volker Schmid, SC 91465, MainPost + Rhön Saale Post, 22.02.2021

 

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