Abschrift zum Holzrecht erstellt von Erwin Homer

 

Mit Erläuterungen und Ergänzungen zur derzeitigen Ausübung von Philipp Sebald (blau)

 

II. A B S C H N I T T.

Von den Holzrechten.

 

§.34.

Das Dorf Eyershausen besitzt beyläufig: 814 Tagw. 449 Dez.

Waldung /:Achthundert Zehn vier Tagwerke Vierhundert vierzig Neun Dezimalen:/ Waldung.

 

Mittelwald Eyershausen, Fläche derzeit 237 ha

 

§.35.

Jährlich wird eine Fläche Waldung von 25 Tagwerken für die Holzberechtigten dahier abgegeben; worunter jedoch (fehlt!).

 

Einschlag jährlich ca. 8 ha.

 

§.36.

Das jährlich an die Holzberechtigten abgegebene Brennholz wird nach der Fläche vertheilt, und zwar nach herkömmlicher Weise. vide §. 49.

 

Verteilung jährlich nach Flächen. Nähres unter Beschreibung Holzrecht.

 

Die Vermessung wird vollzogen vom zeitlichen Ortsvorstande, vom Feldgerichte, Gemeindpfleger und 4 Holzberechtigten des Ortes, welche umlaufend nach der Reihenfolge der Haus-Numer jährlich hiezu berufen werden, und es erhält jeder der 4 Holzmesser 1/2 Gerde Holz ihrer Maß beygemessen /:Maßholz genannt:/

 

Vermessung derzeit durch die Feldgeschworenen, Holzrechtler und Stadtförster.

 

Nach der Reihenfolge der alten Hausnummern werden die Rechtler zu den Vermessungsarbeiten eingeteilt. Entschädigung eine Meßgerte.

 

Vermöge alten Herkommens hat der Polizeydiener oder Dorfsdiener an den Tagen, wo das Holz ausgemessen wird, von jedem Holzberechtigten

a. mit ganzem Gemeinderechte zwey Eyer

b. mit halben Gemeinderechte ein Ey

c. mit Frohndmaß ein Ey

zu erheben, und solche gleichmäßig vertheilt an die Holzmesser abzugeben als theilweise Vergütung ihrer Bemühung.

 

Ist zwischenzeitlich entfallen

 

§.37.

Das Holz wird dahier nach ganzen Gemeinderechten, halben Gemeinderechten, u. Frohndgerden vermessen und ertheilt.

Ein ganzes Gemeinderecht erhält 40 Quadrat-Gerde

 

Eine Gerde sind 12 Nürnberger Schuhe, heute ca. 4 Meter

 

Ein halbes Gemeinderecht erhält 20 Quadrat-Gerde

Eine Frohndmaß erhält 15 Quadrat-Gerde

 

????... F Holzbestände....????

... Holzberechtigten herkömmlich eine verhältnißmäßige Zugabe beygemessen od. eine Vergütung in Reitelholz gegeben.

Das Holz ruhet nämlich auf bestimmte Hofriethen. In Eyershausen sind in dieser Beziehung zweyerlei Hofriethen, und zwar:

 

Nicht alle Häuser bzw. Höfe haben ein Holzrecht. Näheres unter Beschreibung Holzrecht

a. Hofriethen mit Holzrecht u.

b. Hofriethen ohne Holzrecht

 

Die holzberechtigten Hofriethen theilen sich wieder in solche, welche Holz beziehen, und in solche, welche kein Holz beziehen.

 

Zu den Hofriethen, welche Holz bekommen, gehören alle diejenigen holzberechtigten Hofriethen, worauf Wohnungen erbaut sind, und von den Besitzern selbst förmlich bewohnt werden.

 

Holzberechtigte Grundstücke worauf ein Wohnung steht und vom Eigentümer bewohnt wird.

Zu den holzberechtigten Hofriethen, welche kein Holz bekommen gehören

 

Berechtigte Grundstücke die kein Holz bekommen

 

1. solche worauf zwar Wohnungen erbaut sind, aber dieselben nicht von den Besitzern selbst förmlich bewohnt werden;

 

Z.B. vermietet

2. solche, worauf die Wohnungen eingegangen sind, und und nun als Acker, Gras- und Baumgarten oder Wiesen benützt werden. Sie heißen: öde Hofriethen.

 

Eingetragene Grundstücke ohne Wohnung

 

Sowohl die unbewohnten, als öde Hofriethen bekommen kein Holz; sondern das Holzrecht beruht, und zwar Erstere bis die Wohnung vom Besitzer wieder selbst förmlich bewohnt wird, und auf Zweytere bis wieder eine Wohnung darauf erbaut, und solche der Besitzer selbst förmlich bewohnt.

 

Unbewohnte Häuser und Grundstücke ohne Wohnhaus erhalten kein Holz, das Recht ruht bis der Eigentümer wieder ein Wohnhaus selbst bewohnt.

 

Die holzberechtigten Hofriethen, welche Holz bekommen, theilen sich

a. in Hofriethen mit ganzen Holzrechten /:auch ganze Gemeinderechte genannt:/

 

Ganzes Holzrecht

b. in Hofriethen mit halben Holzrechten /:halbe Gemeinderechte genannt:/

 

Halbes Holzrecht

 

Es waren Anfangs lauter solche Hofriethen, wo jede ein ganzes Holzrecht zu 40 Quadrat-Gerde besaß. Auf manche Hofriethen wurden zwey Wohnungen erbaut, und der Besitzer theilte sein ganzes Holzrecht oder Gemeinderecht in zwey Theile, wovon jedes dieser zwey Häuser 1/2 Holzrecht ad. Gemeinderecht erhielt, was auch mit den dazu verbundenen Neuländern, Pflanzen- und Krautländern geschah.

 

Am Anfang gab es nur ganze Holzrechte. Durch Grundstücksteilung unter den Erben wurde ein ganze Holzrecht zu zwei halben gemacht und auf die zwei Grundstücke jeweils mit eigenem Wohnhaus verteilt.

 

 

Auf diese Weise entstanden die halben Gemeinderechte zu 20 QuadratGerden, was schon ihre Lage nachweist; indem immer zwey oder 4 halbe Gemeinderechte beysammen stehen.

 

Dadurch bedingt liegen immer zwei oder vier halbe Gemeinderechte beisammen.

 

Ausser dem erhält jeder Ortsnachbar, der kein holzberechtigtes Haus besitzt, eine. sogenannte Frohndmaß mit 15 Quadrat-Gerden zu ihrer Nothdurft. Ebenso erhalten herkömmlich eine solche Frohndmaß ledige heimathsberechtigte Personen des Ortes Eyershausen, welche eine eigene Familie bilden, eine Haushaltung führen, und ein Wohnhaus ohne Holzrecht besitzen, und bewohnen.

 

Nicht holzberechtige Grundstücksbesitzer in Eyershausen mit Wohnhaus in dem sie selbst leben können eine Frohndmaß beantragen.

 

Eine solche Frohndmaß erhalten auch die dahier heimathsberechtigten Auszüger, Wittmänner und Wittfrauen; für welche Frohndmaß die Berechtigten Wache und Frohnd leisten müssen.

 

Alte Mitbürger, auch Wittfrauen und Wittmänner die das berechtigte Anwesen übergeben haben können eine Frohndmaß beantragen. Wachdienst und Frohndienst wurden eingestellt.

Auf diese Weise wurde schon vor Hundert Jahren das Holz dahier vertheilt nehmlich nach Ganzen und halben Gemeinderechten und Frohndgerden; worüber ein altes Holzbuch vom Jahre 1751 den Nachweis liefert, und da sich dieses Holzbuch mit den Worten schließt:

 

Seit vielen hundert Jahren wird das Holz nach ganzen und halben Gemeinderechten und Frohndgerten verteilt. Ein altes Holzbuch von 1751 liefert den Nachweis.

"Omnia ad Majore, Dei Gloria,"

/:Alles zur größeren Ehre Gottes:/

Wer aus der Nachkommenschaft will es wagen, diese herkömmliche Vertheilungsweise des Holzes zu tadeln, zu beanstanden oder gar anderst zu regulieren ?

 

Das Holzrecht darf nicht verändert werden.

 

§.38.

Der Besitzer von einem holzberechtigten Hause erhält das auf seinem Haus haftende Holz erst dann, wenn er sein Haus selbst förmlich bewohnt, d.h. er muß sein Haus nach dem Ortsherkömmlichen Sinne; worüber herkömmlich die Gemeindeverwaltung und das Feldgericht, entschieden hat, und auch künftig zu entscheiden hat, bewohnen.

 

Im Streitfall entscheidet die Vorstandschaft der Holzrechtler mit den Feldgeschworenen.

 

§.39.

Wer zwey oder mehrere hozberechtigte Häuser hat, erhält nur auf dem Haus das Holz, welches er bewohnt.

 

Eigentümer von mehreren Holzberechtigen Häusern können nur einmal beantragen.

 

§.40.

Wenn zwey halbe Gemeinderechte auf einem Hofrieth von einem Besitzer wieder zusammen gekauft, geerbt oder ertauscht worden sind, so erhält der Besitzer derselben ein ganzes Gemeinderecht Holz; denn durfte ein Gemeinderecht von einem Hause auf zwey Häuser, die auf derselben Hofrieth standen, so getheilt werden, daß jedes Haus 1/2 Gemeindrecht erhielt, so darf dieses Recht wieder durch Kauf od. Erbschaft auf ein Haus zusammen gezogen werden.

 

Werden Grundstücke mit 2 halben Holzrechten wieder zusammengelegt, kann ein ganzes Holzrecht beantragt werden.

 

Die Gemeinde wird hierdurch nicht mit einem neuen Gemeinderecht belastet. Sondern es bleibt der alte Stand.

 

Es dürfen keine neuen Holzrechte entstehen.

§.41.

Es darf Niemand sein Gemeinderecht vom Hause verkaufen; ebensowenig sein Holzrecht mit anderen vertauschen: 1/2 gegen ein ganzes, oder ein ganzes gegen ein halbes Gemeinderecht; sondern was auf dem Hause ruhet muß auf demselben bleiben.

 

Verkauf eines Holzrechtes oder Tausch ist nicht möglich, das Recht das auf dem Haus ruht muß auch auf dem selben bleiben.

 

§.42.

Wenn die Kinder nach dem Tode ihrer Eltern die Haushaltung miteinander fortführen, so muß ihnen die gebührende Holzmaß zugemessen werden, wie bei Lebzeiten ihrer Eltern.

 

Nach dem Tod des Holzberechtigen erhält der oder die Erben das Holzrecht und kann es weiter nutzen.

§.43.

Wer sich bis Peterstag /:22ten Febr.:/ das Nachbarrecht gesetzlich erworben, den Verfassungs-Eid abgeleistet und vor dem Holzausmessen verehelicht hat, dem muß in demselben Jahre die ihm gebührende Holzmaß zugemessen werden.

 

Nach ortsüblicher Bekanntgabe muß das Holzrecht jährlich in der ersten Kalenderwoche angemeldet werden. Stichtag ist der 1. Januar.


§.44.

Wer ein holzberechtigtes Wohnhaus durch Kauf, Tausch, Ehelichung od: Erbschaft sich erworben hat, muß dasselbe auf Peterstag /:22.Febr.:/ förmlich bewohnen, wenn er das auf dem Haus haftende Holzrecht erhalten will.

 

Siehe § 43

 

Ist er aber ein neuer Nachbar und hat als solcher die Bedingungen nach § 43 erfüllt, so erhält er für jenes Jahr nur die sogenannte Frohndmaß, wenn nicht ein besonderer Vertrag in dieser Beziehung zwischen ihm und der Gemeindeverwaltung ein anderes bestimmt.

 

Siehe §43

§.45.

Wenn der Gemeindewirth ein holzberechtigtes Wohnhaus dahier besitzt, so erhält er die Hausmaß von seinem Wohnhause, wenn er solches auch nicht bewohnt während er im Gemeindewirthshause wohnt. Der Gemeindewirth macht sonach von dem im § 38 beschriebenen Rechten allein eine Ausnahme.

 

Ist ein Eyershäuser Holzrechtler auch der Wirt und wohnt im Wirtshaus kann er beide Rechte beanspruchen, ist die einzige Ausnahme.

/: Der § 46 fehlt, Inhalt nicht bekannt! :/

 

§.47.

Die Holzberechtigten mit Ausnahme der Besoldeten dürfen im Walde kein Holz verkaufen; wenn sie nicht nachweisen können, daß sie noch auf ein Jahr Vorrath haben, und das neue Holz nicht bedürfen.

 

Holz darf nicht verkauft werden, wenn nicht mind. 1 Jahr Vorrat.

§.48.

Das Holzverzeichniß wird vom Ortsvorstande angelegt, dann von der Gemeindeverwaltung und dem Feldgerichte geprüft, besonders muß, wie schon im § 39 angedeutet ist, genau untersucht werden bey den Zugängen, ob solche bey den Zugängen, ob solche nach den bestehenden Rechten auch Holz ansprechen können, und es ihnen zugemessen werden dürfe.

 

Das Holzverzeichnis wird jährlich von den Feldgeschworenen und der Vorstandschaft der Holzrechtler in der 1. Kalenderwoch angelegt und die Zu- und Abgänge mit der Stadt abgeklärt.

§.49.

Das Holz wie § 36 schon ausgesprochen ist, nach der Fläche vertheilt mit den so genannten Holzgarden, welche 14 nürnberger Schuhe enthalten.

Die ganze Hiebesfläche wird in schicklichen Schrothen jeden mit 20 Gerden Höhe abgetheilt, und hierauf bey den Schrothen mit einem geringen Holzbestande die verhältnismäßige Zugabe kennen gelernt, und festgestellt. Nach dem dieses alles richtig gestellt ist, wird am folgenden Tage durch die Herkömmliche Verlosung bestimmt, wer den Anfang macht bey dem ersten Schrothe, und von dem Holzberechtigten läuft die Vermessung nach den Haus Nro.fort.

 

Die jährliche Hiebfläche wird in Schrottiefen je mit 20 Gerten, ca. 80 Meter, richtet sich nach dem Holzbestand, eingeteilt. Alle Holzrechte werden im Wald von Nr. 1 im ersten Schrot bis zum Ende, je nach Anmeldung, durchnummeriert. Am Folgetag wird in der Gemeindegaststätte öffentlich, durch würfeln die H.Nr. ermittelt, die dann mit Nr. 1 beginnt. Erst dann können im Wald die Holzrechte mit Namen versehen werden.

§.50.

Die Holzberechtigten können nie zum Schälen gezwungen werden, sondern jedem Einzelnen bleibt es unbenommen ein Holz zu schälen oder nicht.

§.51.

Die Streunutzungen werden an die Gemeindeglieder unentgeldlich abgegeben. Jedoch muß erst die Gemeinde darum gehörigen Ortes nachsuchen, und nach der Bestimmung des Königl. Forstamtes haben sich die Ortsnachbarn zu richten.

 

Streunutzung wird heute nicht mehr wahrgenommen

 

§.52.

 

 

Wird nicht mehr ausgeübt

 

§.53.

Die Gemeinde Eyershausen hat auch das Recht ausser der Waldsperre mit ihre Schäferey die hiesige Waldung zu behüten und zwar vom 8 jährigen Schlage anfangend.

 

Die Stadt könnte den Rechtlerwald behüten, aber erst nach einer 8 jährigen Sperre nach dem Einschlag. Wird aber nicht mehr genutzt

 

Nachtrag zum Holzrecht, vom 23. Januar 1937:

Infolge eingetretener Mißstände bezüglich des Holzrechtes in den letzten Jahren u. zur weiteren Klärung der §§ 43/44 wird hier angeführt, daß, ab heute wenn Eltern ein Holzberechtigtes Anwesen an ihre Kinder abtreten, oder auf den Namen der Letzteren beurkundet ist, dieselben Kinder aber noch nicht vereheligt sind, von den Kindern das auf dem Hause ruhende Holzrecht nicht zugewiesen wird bis zur Verehelichung der Kinder, die Eltern erhalten deshalb nur ein Franmaß sofern sie Bedingungen nach § 43 erfüllt haben. Außerdem wird der in den oben genannten §§ 43/44 festgesetzte Stichtag auf 1.Januar zurückverlegt.

Der Bürgermeister: der Gemeinderat: das Feldgericht:

Schuhmann 6 Unterschriften 4 Unterschriften