EYERSHAUSEN/WÜRZBURG                   
Zartes Fastentuch hat stark gelitten

Das Eyershäuser Tuch, in seiner Art einmalig in Bayern, wird derzeit restauriert                   22.2.13

 

Wohl um die Zeit, als die Nähmaschine erfunden wurde, Ende des 18. Jahrhunderts, dürfte auch das Fastentuch von Eyershausen entstanden sein. Das sagte Gudrun Hanika, Diplom-Restauratorin in Würzburg, die zurzeit das Eyershäuser Fastentuch grundlegend restauriert.

In der Werkstatt von Hanika war das Fastentuch mit der Rückseite auf einer Holzplatte ausgebreitet. Hier erfuhren Restauratorin Cornelia Hagn aus München, Pfarrer Karl Feser, Küster Matthias Jeger sowie Bad Königshofens Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Friedrich-Rückert mehr über die bisherigen Arbeiten an dem historischen Tuch.

Nachdem das rückseitige Tuch abgenommen war zeigte sich, dass das Eyershäuser Fastentuch aus feiner Baumwolle gewebt wurde und sehr dünn ist. „Es ist fast mit Batist zu vergleichen“, sagt Gudrun Hanika. In den vergangenen Wochen hat die Restauratorin unter anderem zahlreiche, verrostete Reißnägel entfernt, mit denen das Tuch an einer Holzstange befestigt war. Danach stellte sich heraus, dass die eigentliche Lasche zum Einschieben der Holzstange etwa 15 Zentimeter höher saß. „Damit ist nun das Fastentuch auch etwas länger als vorher.“

Da das rückseitig aufgebrachte Tuch teils aufgeklebt war, musste Gudrun Hanika die Klebestellen entfernen. Das ging aber nicht mit Lösungsmitteln, sondern musste regelrecht abgebürstet werden. Für Restauratorin Cornelia Hagn ist es wichtig, dass das Tuch für die kommenden Jahre gut instand gesetzt wird. Deshalb ist an Randverstärkungen gedacht, teils nicht mehr vorhandenes Gewebe soll ersetzt werden. Wichtig sind die Stabilität und die Gewichtsverteilung. Das Fastentuch hat ungefähr ein Gewicht von fünf Kilogramm, schätzt Küster Matthias Jeger. Erfreulich: Das Originalgewebe ist in einem guten Zustand.

Das Fastentuch ist sehr dünn und blau eingefärbt. Im Zentrum zeigt es ein monumentales Kreuz mit den fünf Wundmalen Christi. Es hat eine Größe von 4,56 auf 2,43 Metern. Die Expertin stellte fest, dass die sehr dünn aufgetragene Hintergrundfarbe ohne Grundierung auf das Gewebe aufgebracht wurde. Für das Kreuz im Zentrum des Tuches hatte man die Farbe ausgespart. Die Besonderheit: In die Kreuzbalken sind die Wundmale Christi farbig gemalt. Da sieht man Füße und Hände und das Herz sowie die Dornenkrone. Die Kanten der Kreuzbalken sind mit roten und gelben Begleitstrichen gegen den Hintergrund abgesetzt und die Enden mit neobarocken Ornamenten verziert. Das Kreuz selbst ist von einem ebenfalls mit rot-gelb-braunen Linien bemalten Rahmen umgeben. Die Ecken sind wiederum durch Ornamente gestaltet.

Im Laufe der Jahre hat das historische Fastentuch stark gelitten. Risse und Löcher sind zu sehen, die teils einfach zugenäht wurden. Hier wartet noch viel Arbeit auf Gudrun Hanika, denn das alles soll geschlossen werden. Ganz wichtig ist bei allen Maßnahmen die grafische und fotografische Dokumentation nach den Richtlinien des Landesamtes für Denkmalpflege.

Künftig soll das Eyershäuser Fastentuch auf eine größere Rolle aufgewickelt werden, um das Gewebe zu schonen. Überlegungen, das Fastentuch ganzjährig durch eine feste Installation hinter dem Altar aufzubewahren, lassen sich nicht verwirklichen, da man diese Vorrichtung, eine Art Kasten, dann von vorne sehen würde, sagt Küster Matthias Jeger.     

Das Fastentuch kann weiterhin im Turmzimmer hinter der Orgel bleiben, soll dort aber nicht abgestellt, sondern aufgehängt werden. Den bisherigen Standort favorisieren die Expertinnen deshalb, da das Tuch dort die gleichen Klimabedingungen hat wie bisher. Da das Fastentuch in diesem Jahr nicht, wie sonst üblich, das große Bild am Hochaltar verhüllt, soll dieses zumindest in den Kartagen, wenn das Heilige Grab wieder aufgestellt wird, durch ein violettes Tuch verhüllt werden, sagt Pfarrer Karl Feser. Dazu allerdings muss erst noch ein solches Tuch gefunden werden.

 

          Das heilige Grab von Eyershausen

 

Bild: Philipp Sebald

 

Alle wollten zum Heiligen Grab

Ein Besuchermagnet Artikel vom 13.3.2012

Das erstmals nach rund 100 Jahren in der Kirche St. Wendelin in Eyershausen wieder aufgestellte „Heilige Grab“ ist an den Kar- und Ostertagen zu einem besonderen Anziehungspunkt geworden. „Grund dafür war vor allem die Berichterstattung in den Medien“, sagt Mesner Matthias Jeger. Er selbst hat zahlreiche Führungen übernommen. „Die Leute kamen von überall her, vor allem aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld. Sehr gut besucht seien wohl auch deswegen die Gottesdienste gewesen, wobei sich die Besucher im Anschluss das „Heilige Grab“ erklären ließen. Das Heilige Grab von Eyershausen dürfte aus der Zeit um 1764 stammen und wird wie berichtet zurzeit grundlegend restauriert. Dabei fand man unter der jetzigen Bemalung eine weit ältere Farbschicht, die eventuell von dem Grabfeldkünstler Johann Peter Herrlein stammen könnte. Der hat das bekannte Heilige Grab gemalt, das heute im Diözesanmuseum Kartause in Astheim steht. Seit Mittwoch ist das Heilige Grab wieder abgebaut.

 

Wie alt ist das Heilige Grab ?

HF:  Artikel vom 10.04.2012

Alte Kirchenrechnungen geben Hinweise auf mögliche Entstehung vor rund 250 Jahren

Wie alt ist das Heilige Grab von Eyershausen wirklich? Diese Frage taucht in diesen Tagen immer wieder auf. Dr. Annette Faber, Oberkonservatorin am Landesamt für Denkmalpflege Schloss Seehof in Bamberg, hat in ihrem Buch „Renovatio“ über die Kirche von Eyershausen vermerkt, dass es schon 1737, also vor 275 Jahren, ein Heiliges Grab gab.

Kirchenrechnungen, sogenannte „Heiligenrechnungen“, besagen, dass das Gotteshaus von Eyershausen 1752 anstelle einer älteren, etwa 1610 erbauten und mehrfach erweiterten Kirche von Grund auf neu gebaut und konsekriert wurde. In den Unterlagen findet man auch den Hinweis: „1757 hat Andres Mauer, Färber zu Königshofen wegen ein Fastentuch zu ferben bekommen.“ Ob es das Fastentuch ist, das heute noch am Hochaltar zu finden ist, ist bislang unklar. 1762 wird nämlich erneut ein Fastentuch erwähnt.

Um diese Zeit könnte dann auch das Heilige Grab entstanden sein. Bekannt ist, dass der Grabfeldkünstler Johann Peter Herrlein 1764 für seine Heimatkirche in Kleineibstadt ein Heiliges Grab fertigte. Das steht heute im Diözesanmuseum Astheim. Man kann nun davon ausgehen, dass wohl um die gleiche Zeit, eventuell auch früher, das Heilige Grab von Eyershausen entstanden ist. Also vor etwa 250 Jahren. In den Kirchenrechnungen von Eyershausen ist nachzulesen, dass 1798 ein Johann Kaspar Schirmer den Auftrag bekam, das vorhandene Heilige Grab zu bemalen.

Nachdem die Restauratorin Renate Bonfig unter der jetzigen Farbe eine weitere Farbschicht entdeckte, dürfte Schirmer damals die von Herrlein bemalte Fassung übermalt haben. Genaueres werden aber wohl die weiteren Untersuchungen durch die Würzburger Restauratorin ergeben. Sie entdeckte unter der jetzigen Fassung rosa und graue Farbschichten. Auch die Säulenfarben scheinen denen der Altarsäulen am Hochaltar von Eyershausen angepasst zu sein.

Sicher ist außerdem, dass das Heilige Grab von Eyershausen mit farbigen Glaskugeln beleuchtet war, hinter denen wohl Kerzen brannten. Hinter den Kulissen waren deshalb Jugendliche, die aufpassen mussten, dass das Heilige Grab nicht Feuer fing. Dafür wurden sie, laut Kirchenrechnungen, auch entlohnt.

 

Pressebericht vom Gründonnerstag 05.04.2012

Seit Dienstag steht seit 250 Jahren wieder das "Hl.Grab"in der Kirche St.Wendelin in Eyershausen. Drei Stunden dauerte der Aufbau. Am gleichen Abend berichtete das Bayer. Fernsehen in einer Liveschaltung.

„Das hätte ich mir nicht so vorgestellt, das sieht sehr gut aus, es passt in diese Kirche, ein besonderer Blickfang, einfach herrlich“ – solche Aussagen hörte man am Dienstagnachmittag häufig, als das Heilige Grab im Chorraum der Eyershäuser Kirche aufgebaut wurde. Auf Initiative von Küster Matthias Jeger wurde das Heilige Grab wieder aufgebaut. „Es ist beeindruckend, schon wenn man die Kirche betritt,“ sagt Pfarrer Karl Feser, der die Aufstellung nach rund 250 Jahren genehmigte.

Erverweist darauf, dass in der Barockzeit, also im 18. Jahrhundert, das Leiden und der Tod Christi, von Gründonnerstag bis Karfreitag, beim sogenannten Triduum, auch in den sogenannten Heiligen Gräbern dargestellt wurde.

Im Interview mit Markus Klingele vom Bayerischen Fernsehen sagte der Geistliche, dass im 19. Jahrhundert die Heiligen Gräber verboten wurden. Sie seien zerstört worden oder man habe sie auf die Dachböden. Das wohl bekannteste Heilige Grab stamme von dem Grabfeldmalers Johann Peter Herrlein, der es 1764 für seine Heimatkirche in Kleineibstadt geschaffen hat. Es sei heute im Diözesanmuseum Kartause in Astheim zu sehen. Nun sei erstmals nach rund 250 Jahren in Eyershausen solch ein Heiliges Grab zu sehen und wird sogar in die Liturgie eingebunden.

Durch Kulturdirektor Professor Klaus Reder, die Kirchenverwaltung, den Verein für Heimatgeschichte, das Landesamt für Denkmalpflege, die Diözese Würzburg und viele weitere Zuschussgeber wurde es nun möglich, die Maßnahme in Angriff zu nehmen. „Für mich als Mesner und für die Gemeinde ist es auch ein Höhepunkt,“ sagte Matthias Jeger.

Unter Federführung von Renate Bonfig, Restauratorin in Würzburg, wird das Heilige Grab derzeit restauriert und auch ihr war am Dienstagnachmittag anzusehen, wie die Anspannung nach und nach wich. Bis in die frühen Morgenstunden hinein hatte sie noch am Heiligen Grab in ihrer Werkstatt gearbeitet und konnte nun sehen, wie alles hervorragend harmonierte. Fünf Meter breit und fast genau so hoch ist das Heilige Grab. Es besteht aus fünf Kulissen, die treppenförmig hintereinander aufgebaut sind und den Blick in eine Säulenhalle frei geben, der den goldglänzenden Tabernakel im Mittelpunkt hat. Links und rechts davor stehen zwei lebensgroße Soldaten in römischer Kleidung. In der Mitte des vorderen Bereiches ist die Grablegung Jesu zu sehen, darunter „Arme Seelen im Fegefeuer“.

„Heilige Gräber waren in der Barockzeit in Unterfranken an den Kartagen in vielen Kirchen Frankens zu finden“, sagte Dr. Jürgen Lenssen Kunstreferent der Diözese Würzburg und verweist auf Johann Peter Wagner. Er hat für Untereisenheim ein heiliges Grab geschaffen.

Jürgen Lenssen, der in Kleinbardorf im Grabfeld aufgewachsen ist, erinnert sich noch an das Heilige Grab im Nachbarort Kleineibstadt, das heute im Diözesanmuseum Kartause in Astheim steht und da vor allem an die bunten Lichter. „Das waren gefärbte Gläser, die mit Wasser gefüllt waren und darauf schwammen dann Lichter und illuminierten das Heilige Grab in allen Farbschattierungen.“

Das wird es in Eyershausen nicht geben, da diese Gläser nicht mehr vorhanden sind, aber Matthias Jeger will trotzdem etwas farbliche Stimmung zaubern. Ein Bekannter hat elektrische Beleuchtungen eingebaut, die dem Heiligen Grab eine besondere Note geben. Matthias Jeger: „Die Mystik wird sicherlich auch noch mit Weihrauch verstärkt.“

Natürlich wird das Heilige Grab in der Kirche St. Wendelin auch in die Liturgie der Kartage eingebunden, allerdings nicht ganz so wie vor 250 Jahren. Pfarrer Karl Feser verweist auf den Gründonnerstag. Da wird die Anbetung am Heiligen Grab stattfinden, wo der Speisekelch zur Verehrung steht. Am Karfreitag wird dann das Bild, dass den Leichnam Jesu zeigt, enthüllt und am Karsamstag die Figur des Auferstandenen in den Mittelpunkt gerückt.

 

Am Karfreitag ist das Heilige Grab erstmals wieder aufgebaut

Bad Königshofen-Eyershausen (hf).

Jetzt steht es fest: Das "Heilige Grab" von Eyershausen, das dem Grabfeldmaler Johann Peter Herrlein zugeschrieben wir, ist von Gründonnerstag bis Ostern nach mehr als 100 Jahren erstmals wieder in der Kirche St. Wendelin in Eyershausen aufgestellt. Das sagte Pfarrer Karl Feser beim Pfarrfamiliennachmittag am Sonntag in Eyershausen. Dort stellte er die aktuellsten Fotos von der derzeit laufenden Restaurierung vor (wir berichteten) und Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert gab Informationen über die "Heiligen Gräber im Grabfeld und in der Rhön".  Das Heilige Grab von Eyershausen ist damit landkreis- aber auch unterfrankenweit damit eine Besonderheit in den Kartagen und wird sicher zahlreiche Besucher anziehen.

Wie Restauratorin Renate Bonfig (Würzburg) zwischenzeitlich mitgeteilt hat, wird am 2. April der Unterbau für das Heilige Grab nach Eyershausen transportiert und am 3. April folgt dann das Heilige Grab, das am Nachmittag aufgestellt wird. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich das historische Exponat noch in der Restaurierungsphase. Das bedeutet, dass man sowohl zum Teil die Erstfassung als auch die bisherige Fassung sehen kann. Für die Kirchengemeinde ist es wichtig, dass das Heilige Grab wieder der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Bisher lagerte es unbeachtet in einem Nebenraum des Eyershausener Leichenhauses, bis es dort Kulturreferent Hanns Friedrich und Bezirksheimatpfleger Professor Dr. Klaus Reder aus dem "Dornröschenschlaf" rissen.

Nach Ostern wird das Grab dann wieder abgebaut und kommt zurück in die Werkstatt nach Würzburg, wo die Arbeiten im Laufe des Jahres dann beendet werden. Schon jetzt ist klar, dass die Aufstellung des Heiligen Grabes von Eyershausen etwas Besonderes sein wird und sicherlich zahlreiche Interessierte nach Eyershausen ziehen wird. Wie Pfarrer Karl Feser sagte, soll das Heilige Grab von Eyershausen auch in die Gründonnerstags-, Karfreitags- und Karsamstagsliturgie eingebunden werden. Das und einiges mehr erfuhren die Eyershausener, die sich sehr für das Heilige Grab interessierten. Kreisheimatpfleger Reinhold Albert verwies auf Passions- und Osterspiele, die schon im 13. Jahrhundert bekannt waren

Das wohl bekannteste Kulissen-Heiliggrab der Region ist das im Diözesanmuseum Astheim befindliche aus Kleineibstadt. Eine historische Fotografie zeigt es im Chorbogen aufgebaut. Es nahm die Architektur und das Gebälk der Seitenaltäre auf und die Öffnung der Grabeshöhle bezog sich auf die Öffnung der Chorschranken. Der Grabaufbau - detailreich bemalte Bretterkulissen, die perspektivisch gestaffelt, den Durchblick auf die ausgesetzte Monstranz öffneten - dominierte den gesamten Kirchenraum. Das Hl. Grab von Kleineibstadt fertigte Schreiner Markgraf, die aufwendige Bemalung schuf der Maler Johann Peter Herrlein 1764. Das Heilige Grab in Eyershausen wurde 1992 bei der Innenrestaurierung der Kirche aufgefunden. Die damals schon vom Landesamt für Denkmalpflege empfohlene Restaurierung wurde jedoch leider aus Kostengründen zurückgestellt.

Der Initiative des Vorsitzenden des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld,  Kreiskulturreferent Hanns Friedrich, Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Klaus Reder und Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Matthias Jeger ist es zu danken, dass dieser verborgene Schatz der Vergessenheit entrissen wurde. Dr. Annette Faber führte in ihrem 1998 erschienen Büchlein über die Eyershäuser Kirche zur Entstehungsgeschichte des Hl. Grabes in Eyershausen aus: „1796 erhält der Maler Johann Kaspar Schirmer acht Gulden wegen „Mahlung des hl. Grab“, eine Arbeit, an der auch Schreiner Valentin Obermeier aus Königshofen beteiligt war. Ein Heiliges Grab in Eyershausen war spätestens seit 1737 vorhanden, denn die Kirchenrechnungen berichten regelmäßig über dessen Auf- und Abbau sowie den Kauf von Glaskugeln und Farbe zu seiner Illumination während der Ostertage. Junge Burschen aus dem Ort wachten, wie oben bereits berichtet, während dieser Zeit am Grab und erhielten dafür kleine Geldbeträge oder eine Mahlzeit. Dies diente neben der Sicherung gegen Feuer vor allem dem lebendigen Vergegenwärtigen des Passionsgedankens. 

Die große stilistische Nähe zum Hl. Grab aus Kleineibstadt ist nicht zu übersehen. Es muss daher offen bleiben, ob Schirmer vorhandene Tafeln  von Johann Peter Herrlein instand setzte und auffrischte, oder ob er 1798 zusammen mit Schreiner Obermeier noch einmal ein Hl. Grab nach älteren Vorlagen schuf. , Das alte Schöne und Gute der Heimat muss recht lange und in bestem Zustand erhalten werden,“ wurde einmal vermerkt sagte der Kreisheimatpfleger und auch: "Diesem Schlusssatz sehen sich erfreulicherweise auch die Bürger von Eyershausen verpflichtet, die in Zusammenwirken mit dem Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld, der Kirchengemeinde, dem Landkreis, dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Bezirk mit dazu beitragen, dass dieses wichtige Zeugnis der Vergangenheit wieder zu Ehren kommt."

 

Das Heilige Grab von Eyershausen wir am Gründonnerstag erstmals nach mehr als 100 Jahren in der Kirche von Eyershausen aufgestellt und in die Liturgie eingebunden. Unser Bild zeigt es in der Scheune von Mathias Jeger, wo man die Ausmaße sehen konnte. Foto: Hanns Friedrich

 

 

Artikel im Pfarrbrief, Fastenzeit 2012

275 Jahre Heiliges Grab von Eyershausen

Bereits im Jahr 1737 wurde das Hl. Grab erstmals in der Chronik der Eyershäuser Kirche erwähnt, und es war offensichtlich bis 1803 auch in Verwendung. Dies belegen Eintragungen in alten Kirchenbüchern über Farben, Nägel u.ä. zur Instandhaltung des Hl. Grabes. Im Laufe der Zeit geriet das Kundstwerk beinahe in Vergessenheit. Im Jahr 1992 hielt Frau Dr. Faber in ihrem Bericht zur Sanierung der Kirche fest: "Das Landesamt für Denkmalpflege empfiehlt dringend, den seltenen und außerordenlichen Fund, der wohl Johann Peter Herrlein zuzuschreiben ist, zu restaurieren und für die Karwoche nutzbar zu machen."

Zur Zeit befindet sich das Hl. Grab in Würzburg. Dort wird das nahezu vollständige "Bauwerk" von Fachleuten einer Befunduntersuchung unterzogen. Sämtliche Anträge für die Bezuschussung der Sanierung sind mittlerweile bei den zuständigen Behörden gestellt. Jedoch sind Spenden von Privat oder Vereinen dringend nötig um dieses Projekt zu stemmen. Die ersten in der hoffentlich langen Reihe sind die Jagdgenossen Eyershausen, die bereits ihre Spendenbeteiligung zugesagt haben. Nach momentanem Stand der Untersuchung wird das Hl. Grab bis zur Karwoche 2012 restauriert sein, und kann aufgestellt und bespielt werden.

Alten Überlieferungen zufolge verbrachten früher verkleidete Jungen aus Eyershausen die Nächte in den Kulissen des Hl. Grabes. Sie hatten die Aufgabe, darauf zu achten, dass die von Öllampen beleuchtete Konstruktion kein Feuer fing. Zu dieser Zeit stand das Hl. Grab inmitten des Chorraumes. Da dieser Platz jedoch entgegen früheren Zeiten nun vom Volksaltar belegt ist, wird man möglicherweise auf den Platz vor dem Seitenaltar ausweichen.

In welchem Umfang das Hl. Grab in den liturgischen Ablauf der Kar- und Ostertage eingebunden werden kann, steht im Moment noch nicht detailliert fest. Sicher ist jedoch, dass die Kirchenverwaltung alles daran setzt, in unserer Gemeinde weinen weiteren einzigartigen kusthistorischen Höhepunkt zu schaffen.