Schneckenzeit


Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
jedoch noch schrecklicher sind Schnecken!!

Nachts ziehn sie durchs Gemüsebeet,
wo tags darauf fast nichts mehr steht.
Von Schneckentempo keine Spur;
am morgen stehn die Stiele nur.

Mit Kind und Kegel, Mann und Maus
wandern sie , samt ihrem Haus.
Ihr Tisch ist immer reich gedeckt,
weil ihnen scheinbar alles schmeckt.
Am besten was im Garten spitzt,
noch dazu, wenn ungespritzt;
Salat, Radieschen, Petersilie,
sogar die Blätter von der Lilie.

Der Mensch indes gönnt’s ihnen nicht,
rächt sich dafür ganz fürchterlich.

Die Weinbergschnecken ist er auf,
setzt vorher Knoblauchbutter drauf.
Trinkt dazu genüsslich Wein,
ist froh, kein Weinberg-Schneck zu sein.

Nacktschnecken rückt er zu Leib, im Zorn,
mit einer Tüte Schneckenkorn.
Auch baut er auf, für sie, Bierfallen,
in die sie dann betrunken knallen.

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Doch eine Gattung dieser Rasse,
finden alle Menschen klasse.
Diese wohl am besten schmecken:
„vom Bäcker die Rosinenschnecken“.


Erika Jeger
Bad Königshofen-Eyershausen
Juni 2001