Millenium - 2000


2000 Jahre, was ist den das?
Einerseits ist es schon was,.
and’rerseits wenn man’s bedenkt,
wurden der Erde schon Milliarden geschenkt.

2000 Jahre, eine ziemlich lange Zeit,
aber eigentlich nur eine Kleinigkeit.
denn diese Zeitrechnung wurde gemacht,
weil Maria Jesus zur Welt gebracht.

Im Grund läuft alles von allein,
wofür muß der Kalender sein?
Der Hahn kräht am Morgen, die Sonne geht auf,
und alles nimmt den gewohnten Lauf.

Es wird Frühling, Sommer, Herbst und Winter,
Menschen sterben, geboren werden Kinder.
Doch etwas wird anders ab Januar,
beim Datum steht keine „19“ mehr da.

Mit einem einzigen Sonnenaufgang
kommt der totale Neuanfang.

*****


Nun bricht das dritte Jahrtausend an,
wo der Mensch „ beinah“ alles machen kann.

Nur am Wetter kann er noch nicht drehen
und die Erde bleibt auf Knopfdruck nicht stehen;
Per Mouse-Klick holt er sich die entlegensten Plätze ins Haus
und blendet sie ebenso schnell wieder aus.

In 3 Stunden fliegt er nach Amerika,
vor 500 Jahren war für uns das Land noch nicht da.
Columbus hat Monate dafür gebraucht;
mit Indianern noch Pfeife geraucht.

Im letzten Jahrhundert ist so viel passiert,
die ganze Entwicklung ist fast eskaliert:
„Flugzeuge, schneller als der Schall,
Raumstationen mit Menschen im All,
auf dem Mond umgeschaut,
ein Kunstherz gebaut.

Künstlich befruchten, Tiere klonen,
hoch oben in Wolkenkratzern wohnen.

Nirgends kann sich der Mensch mehr verstecken,
es gibt sie nicht mehr, die weißen Flecken,
von Spionagesatelliten werden wir überwacht,
elektrisches Licht macht zum Tage die Nacht.

Atomkraftwerke, Autobahn,
Internet und Rinderwahn,
Fernsehn, Anti-Baby-Pille,
Sextourismus, Gleitsichtbrille.

Telefon und Wasserleitung,
Snowboard, Handy, Tageszeitung.

Bügel-, Wasch- und Spülmaschine,
Computer-Chip, Flugzeugturbine.

Kühlschrank, Video, Zahnersatz,
ein Zeckenhalsband für die Katz’.“

Nur der Mensch, der arme Tropf,
hat immer noch nur einen Kopf,
mit dem er alles fein sortiert,
damit er nicht den „Kopf verliert“,
der sich das alles ausgedacht
und ihn zum Fortschritssklaven macht.

Sieht man die letzten 100 an,
so hat sich wirklich viel getan;
und könnte man in die Zukunft schauen,
vielleicht werden wir wieder Strohhütten bauen.
Vielleicht auch wieder in Höhlen hausen;
nicht mehr mit Ferrari brausen
Vielleicht gibt’s außer Staub nichts mehr,
der Planet ist wüst und leer;
vernichtet durch des Menschen Hand,
der alles mögliche erfand.

Vielleicht kommt auch eine glückselige Zeit,
die jeden Abend Vergangenheit.

*****


Die Moral von der Geschicht’:
„Wie’s weiter geht, das weiß man nicht!“


Erika Jeger
Bad Königshofen-Eyershausen
Dezember 1999