Grippe


Fasnachtszeit ist Grippezeit;
Viren schwirren weit und breit.

Alles fängt ganz harmlos an,
bis Dein Körper nicht mehr kann.

Du hustest, niest, der Kopf tut brummen,
in den Ohren höst du’s summen.
Dann schlägt’s Dir auch noch auf den Magen,
auf einmal kannst Du nichts vertragen.
Der ganze Appetit ist weg;
- macht nix-, ist gegen Winterspeck.
Am Abend wird der Kopf ganz heiß,
so ein S c h e i ß.

*****


Jetzt heißt es nicht mehr länger warten,
die Gegenoffensive starten:

Nach Oma’s altbewährtem Rat
kommt erst das Erkältungsbad.
Danach heißer Holundersaft,
das gibt in jedem Falle Kraft
und soll jedoch vor allen Dingen
Hilfe gegen Husten bringen.

Auf die Brust kommt Pinimenthol,
du fühlst dich einfach nicht mehr wohl.

Die Nase wird noch kalt gespült,
was die gereizten Schleimhäut’ kühlt.

Gegurgelt wird mit Salbeitee,
der Hals tut auch ein bißchen weh

Dann geht’s zunächst ins warme Bett,
schlafen kannst du freilich nett.
Du mußt ja ständig Nase putzen
und zwischendurch noch kräftig kutzen.
Dann auf das Clo, dann wieder rein,
Du fühlst Dich wie ein armes Schwein,

Auf einmal bist du eingepennt,
die Wärmflasch’ hat die Brust verbrennt..

*****


Am andern Tag, o Weh, o Kraus,
sieht alles noch viel schlimmer aus,
Du denkst Dir falln’ die Zähne raus.

Du bist ganz müde und ganz matt ,
wußtest nicht, daß der Mensch so viel Knochen hat,
denn Du kannst Dich kaum noch rühren,
tust jeden einzelnen verspüren.

Der Husten hört sich ganz schlimm an,
man denkt, es grollt da ein Vulkan.

Die Lippen sind noch aufgewollen,
die Augenlider zugeschwollen.
Im Spiegel kannst’ Dich nicht erkennen,
weil Deine Augen auch noch brennen.
Gesicht ist blaß, die Nase rot,
Jetzt hilft nur noch der liebe Gott.

*****

Alles Warten nützt nichts mehr,
jetzt muß ein richt’ger Doktor her.

Der kommt auch ganz schnell angebraust
und zieht sein Stetoskop heraus.
Du atmest fünf mal ein und aus,
der Doktor zieht die Stirn ganz kraus.

Das kriegen wir schon wieder hin,
bleib’ nur schön im Bettchen drin,
nimm’ 3 x täglich Medizin.
Nicht duschen, keine Haare waschen,
v i e l t r i n k e n, und auch einmal naschen.

Alles Jammern nützt jetzt nicht,
Du machst ganz einfach ein Gedicht.

Du schläfst und träumst und hoffst ganz still,
daß Dich der Herrgott noch nicht will.


Erika Jeger
Bad Königshofen -Eyershausen
13. Februar 1998