Die Gier


Warum nicht einfach nur noch leben?
Statt ständig nur nach Wachstum streben.

Der stete Ruf nach MEHR, MEHR, MEHR,
macht alsbald unser Raumschiff leer.

Mehr Fortschritt, mehr Zinsen, mehr Gewinn und Verkehr,
unser Planet erträgt das nicht mehr;
wehrt sich mit Düne, Flut und Sturm,
vernichtet schließlich Mensch und Wurm.

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Die Erde dehnt sich doch nicht aus!
Es frisst nicht mehr das Reh, die Maus.
Nur der Mensch in seiner Gier
frisst oft mehr als jedes Tier.

Gott hat alles so genial gemacht:
12 Stunden Tag und 12 Stunden Nacht.
365 Tage hat ein Jahr
und 12 Monate, wie es immer war.
Nicht jährlich 90 Tage mehr, (25 %)
wo sollten die denn her?
Wie sollten wir uns orientieren?
Wir würden den Verstand verlieren.

Gierhals sollte sich verstecken,
bringt nur Elend und Verrecken,
rafft zusammen Geld und Gut,
schürt beim braven Mann die Wut,
verteidigt Habsucht mit Geschwafel;
und schickt arme Leut zur Tafel;
erzeugt viel Ängste, Sorgen, Not,
beim Kampf um das alltäglich Brot.

Nun steht die Krise uns ins Haus.
Schluss mit lustig, Saus und Braus.

Mäßig sein in allen Dingen,
könnte eine Wende bringen.
Sonst verschlingt sie uns die Gier.
Auf einmal sind wir nicht mehr hier.


Erika Jeger
Bad Königshofen, Oktober 2008