1200 JAHRE EYERSHAUSEN


Nicht 100, nicht 500, nicht 1000 Jahr’,
es sind 1200 - wirklich wahr!

Und daß niemand sich wundert:
Monate waren es 14.400.

Das sind ganz ohne Frage
438.000 Tage,
und 10.512.000 Stunden,
man frage nicht nach den Sekunden.

Für Eyershausen eine sehr lange Zeit,
doch nur ein Staubkorn der Ewigkeit.

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Wie viele Leben haben hier angefangen,
wie viele sind wieder von uns gegangen?

Wie viele Tage lachte die Sonne,
schwelgten die Menschen in Freude und Wonne?
Wie oft kamen Kriege übers Land,
sind Häuser und Felder abgebrannt?

Wie viele schworen sich ewige Liebe,
in der Hoffnung, daß es immer so bliebe?
Doch wie oft zerriß mit eiskalter Hand
ein grausames Schicksal das irdische Band.

Wie oft gabs’s Hungersnot in dieser Zeit,
doch auch festliche Mahle in Fröhlichkeit?

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Die Geschichte beginnt mit Attila,
der war mit seinen Hunnen da.
Leider gibt’s davon kein Bild,
sondern nur ein Straßenschild.

Um 800 war es dann soweit,
HISHERESHUS (Eyershausen) trat an die Öffentlichkeit.
Hätten’s die Mönche nicht aufgeschrieben,
es wär wohl für immer vergessen geblieben.

Das heißt: Eyershausen war schon am Leben,
da hat es München noch gar nicht gegeben,
weil die große Hauptstadt der bay’rischen Welt
erst 840 Lenze zählt. (gegr. 1158)

Amerika war noch nicht entdeckt,
wurd’ unser Dorf schon vom Gockel geweckt.

Von Mozart hat man noch lang’ nichts gesungen,
ist hier schon die Dorfmusik erklungen.

Doch mit den Schweden kam Krieg ins Land,
das ganze Dorf ward abgebrannt.

Auch andere „Gäste“ waren noch da,
aus Frankreich und Amerika.

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Was hat die Menschen damals bewogen -
warum sind sie hierher gezogen?

Bestimmt war es die lieblich grüne Au,
der Himmel drüber, weiß und blau (sehr oft auch grau)

Dazwischen Bächlein, Hecken, Hain,
es muß ein Stück vom Himmel sein.
.
Mit Lahnberg, Höhberg, Lindenfeld
ist’s ein schönes Fleckchen Welt.

Der Herrgott hat es gut gemeint
und alles meisterlich vereint:
Quellen, Steinbruch, Bäche, Wälder,
Weiher, Wiesen und auch Felder.


Der Mensch, mit seiner Hände Mühen,
bestellt die Felder, bringt Gärten zum blühen,
errichtet Häuser, Hof und Stall,
pflanzt Obst(ler)-Bäume überall.

Doch nach der Woche Tun und Walten
soll jeder Mensch den Sonntag halten.
Wenn sich dann alle durst’gen Kehlen
am liebsten gleich ins Wirtshaus stehlen,
so darf doch für die frommen Seeelen
im Dorf die Kirche niemals fehlen.

Dort oben wo einst die Hunnenburg stand,
grüßt nun ein Rokoko-Diamant
-mit Zwiebelturm doch sehr markant -
weit sichtbar übers Frankenland.

Das Leben im Dorf ist aktiv und gesund,
mit vielen Vereinen ganz kunterbund:
Da wären etwa der Sängerkranz,
die Blaskapelle für Musik und Tanz,
Landfrauen und Krieger,
Senioren und Flieger,
und der ASV - bald Gruppensieger ??

Eines freilich schmerzt uns sehr,
es gibt jetzt keinen Laden mehr!
Doch wenn wir weiter expandieren,
kann es durchaus dann passieren,
daß eines Tags in unserm Nest
sich „Onkel Aldi“ niederläßt.


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Schon viele zogen von hier in die Welt hinaus,
doch bleibt ihr Herz für immer zu Haus.
Sie grüßen heut aus fern und nah,
von den Alpen bis Amerika.

Wir lieben unser Dorf, halten es in Ehren,
Gott mög’ ihm noch vieltausend Jahre bescheren.


Erika Jeger
Bad Königshofen-Eyershausen
1999