Stephan Werner

Komponist, Chorleiter, Organist und Pädagoge

Gründer der Sing- und Musikschule in Würzburg. Die Musik war Stephan Werner in die Wiege gelegt.

Geboren am 11.01.1924, aufgewachsen ist er mit drei Geschwistern in einer sehr musikalischen Familie in Eyershausen.

Mit 12 Jahren kam er für drei Jahre zu den Regensburger Domspatzen, mit denen er noch vor dem Weltkrieg auf Konzertreisen in Europa und Südamerika ging.

Nach seinem Kriegseinsatz holte er das Abitur nach, unterrichtete an der Volksschule in Eyershausen und studierte Kirchenmusik und Musikwissenschaft.

1963 gründete er die Sing-und Musikschule in Würzburg, Ende der 70er Jahre die Fachakademie für Musik.

Für seinen Einsatz erhielt Stephan Werner unter anderem das Bundesverdienstkreuz, er wurde ausgezeichnet mit dem Abdruck des mittelalterlichen Stadtsiegels der Stadt Würzburg in Gold.

 

Einige Veröffentlichungen:

Vater unser In Domine; Fränkische geistliche Volkslieder aus der Ditfurth`schen Sammlung in Sätzen von Stephan Werner 1967 als Manuskript gedruckt.

Viva la musica; Erster Satz aus der Kantate, von Stephan Werner

Weihnachtslieder aus Franken; Geistliche Lieder zum Kirchenjahr in Conventus Musicus Münsterschwarzach, in Sätzen von Stephan Werner

O freudenreicher Tag, o gnadenreicher Tag; Geistliche Lieder zur Weihnachtszeit in Sätzen von Stephan Werner

 

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            Lebenslauf in Stichpunkten

Stephan Joseph Werner, geb. 11.1.1924 in Eyershausen, verstorben am 31.12.2009 in Würzburg.

1936 - 1939        "Regensburger Domspatz", zugleich Besuch des Neuen Gymnasiums

1939 - 15.10.42  Schüler am Alten Gymnasium Würzburg und Hospitant am Bayerischen Staatskonservatorium der Musik (Violine, Klavier)

15.10.42 - 08.09.45 Kriegsdienst in Frankreich, Rußland und Holland; Kriegsgefangenschaft in Holland und Ostfriesland.

08.09.45 - 01.04.51 Aushilfsweis im Volksschuldienst, Vorbereitung auf das Abitur, sowie private musiktheoretische Studien im Rahmen eines Fernlehrgangs.

01.04.51 - 31.10.51 Teilnahme an einem Sonderlehrgang für Kriegsteilnehmer zur Erlangung der Reifeprüfung an der Oberrealschule Ingolstadt.

31.10.51 Reifeprüfung mit einem Notendurchschnitt von 1,71

02.11.51 - 27.03.53  Teilnahme am Pädagogischen Lehrgang 1951/53 zur Ausbildung von Volksschullehrern an der Lehrerbildungsanstalt Würzburg. Gründung und Leitung eines Kinderchores an der Übungsschule dieser Anstalt.

27.03.53  Erste Prüfung für das Lehramt an Volksschulen (Notendurchschnitt 1,61)

01.04.53 - 01.09.56 im Volksschuldienst auch in Eyershausen

Seit 23.5.53 verheiratet mit der Volksschullehrerin Hermine Werner, geb. Müller. Leider blieb die Ehe kinderlos.

17.09.56 - 06.07.61 Studium am Bayer. Staatskonservatorium der Musik in Würzburg.

06.07.61  - Abschlußprüfung für Studierende des Privatmusiklehrerseminars (Notendurchschnitt 1,11                  

                - Reifeprüfung für das Hauptfach Kirchenmusik (Notendruchschnitt 1,29)

Ab Herbst 1961 Musikkritiker. Studium der Musikwissenschaft an der Unversität Würzburg 5 Semester.

                  Chorleiter, Privatmusiklehrer.

04.09.62 - Juli 64 Realschullehrer für das Fach Musik am Institut der Englischen Fräulein in Würzburg. Realschule und Frauenfachschule.

01.09.63 Berufung zum Leiter der neugegründeten "Sing- und Musikschule der Stadt Würzburg"

01.10.64 Berufung an das Bayer. Staatskonservatorum der Musik in Würzburg. Beauftragt mit Aufbau und Leitung eines Seminars zur Ausbildung von Fachlehrern für das Gebiet Jugend- und Volksmusik.

01.09.65 Rückkehr an die Sing- und Musikschule, da kein geeigneter Leiter für diese Schule gefunden werden konnte.

01.12.66 Ernennung zum Singschuldirektor. Beamter auf Probe

Sept. 1975 Gründung der Fachakademie für Musik, komm. Schulleiter

19.03.77  Berufung zum Fachakademie-Direktor

31.12.78 Pensionierung aus Gesundheitsgründen.

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Am 31.Dez.2003 war der folgende Artikel in der Mainpost:

Musiklehrer als Vagabunden

Stephan Werner, Gründer der Sing- und Musikschule, erinnert sich:

Eine enorme Vielfalt und hohes künstlerisches Niveau hat die Sing-rund Musikschule Würzburg, jüngst bei ihrem großen Weihnachtskonzert unter Beweis gestellt. Zum Abschluss unserer Serie anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens blicken wir zurück ins Gründungsjahr 1963- und zu Stephan Werner, unvergessener „Papa“ der Schule.

Der richtige Mann an der richtigen Stelle, so lautete schon nach wenigen Jahren das Urteil über einen, der die Musik liebt und lebt. Das gilt auch heute noch, obwohl der 79-jährige in der Zwischenzeit eher wehmütig vor seinem Flügel im Rottenbaurer Wohnzimmer steht: Es sind die Spätfolgen einer Kriegsverletzung, warum seine Finger nicht mehr über die Tasten fliegen. Jetzt auch noch eine Hand-Operation.

Doch die Freude an der Musik ist Stephan Werner bei alledem nicht verloren gegangen. Und schaut er sich „sein“ Baby- die Sing- und Musikschule Würzburg, deren Leiter er von 1963 bis 1977 war- heute an, dann lächelt er zufrieden.

Was im September 1963 per Stadtratsbeschluss auf den Weg gebracht wurde, im Dezember des gleichen Jahres mit 600 angemeldeten Kindern Fahrt aufnahm, daraus ist mittlerweile Bayerns zweitgrößte Sing- und Musikschule erwachsen.

Dabei war die Grundsteinlegung alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Hartnäckige Vorbereitung und Überzeugungsarbeit gingen voraus, ausgelöst vom Fränkischen Sängerbund.

Nachwuchsmangel“ lautete der Hilferuf schon damals, und man verband ihn schnell mit der Forderung nach einer gezielten musikalischen Ausbildung für Kinder. Volksschullehrer wie Paul-Georg Weber, August Kiesel oder Walter Janka unterstützten ihren Kollegen Stephan Werner in dessen Bemühungen – ihn, der nach seiner Pensionierung 1979 auf eine denkbar dichte Schaffenszeit als Pädagoge, Künstler, Komponist, Chorleiter, Organist, Musikkritiker, Schulleiter und schließlich als entscheidender Mitbegründer der Fachakademie für Musik (Hermann-Ziller-Konservatorium) zurückblicken sollte. Es war ein innerstädtisches Vagabunden-Dasein, das die Sing-und Musikschule ab Herbst 1963 führte. In verschiedensten Schulen wurden die Kinder und Jugendliche am Nachmittag zusammengetrommelt, dann kamen die Musiklehrer und es wurde gesungen. Die Eltern zahlten dafür nur einen kleinen Obolus (Zehn Mark pro Schuljahr), für Ärmere gab es Befreiungen: „Wenn ein Kind Musik machen will, dar es daran nicht scheitern“ war Stephan Werner überzeugt.

Er ließ sich die Freude nicht nehmen, auch selbst zu unterrichten:

Ich wollte doch vorausmarschieren“. An Instrumente war zunächst nicht zu denken. Dach das war nicht nur ein Mangel. Noch heute sieht der Pädagoge bei Kindern den Gesang als Grundlage für späteren Instrumental-Unterricht: „Mit dem Singen wird das Musikverständnis elementar geschult. Wer singt, hat später

eine andere Diktion auf dem Instrument.

Heute zählt die Schule rund 2000 Schüler im Landreis, 1500 in der Stadt, ausgebildet wird an über 20 Instrumenten. Nur ein Problem ist in den 40 Jahren das gleiche geblieben: die Suche nach Proberäumen. Verglichen aber mit den anfänglichen „Notunterkünften“ hat die Sing- und Musikschule auch organisatorisch – nicht zuletzt durch die Schaffung eines Leitungsteams- zum Guten entwickelt.

So muss einem um Stephan Werners Motto nicht bange sein; Viva la musica !

 

                          Stephan Werner verstorben

 

                                          Geboren am 11.1.1924 in Eyershausen

                                          Verstorben am 31.12.2009 in Würzburg

 

Gründungsdirektor der Sing- und Musikschule und des Hermann-Zilcher-Konservatoriums der Stadt Würzburg

 

Träger des Bundesverdienstkreuzes am Band

Ausgezeichnet mit dem Abdruck des mittelalterlichen Stadtsiegels der Stadt Würzburg in Gold

 

Sein Leben war Hingabe an die Musik, an die Jugend und an alles Hohe, Edle und Schöne in Natur und Menschenleben.