Bernhard Halbig

Bernhard Halbig wurde am 16.08.1913 als achtes und letztes Kind der Eheleute Peter Halbig und Rosalia Halbig geb. Schnaus in Eyershausen geboren. Die Eltern bewirtschafteten einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb, der heute unter der Regie von Berthold und Helga Schüller geb. Halbig zu einem stattlichen Unternehmen geführt wurde. Vater Peter starb 1921 mit erst 47 Jahren.

Dem damaligen Pfarrer Kügler war der achtjährige Junge positiv aufgefallen und er sorgte für einen Platz im Kilianeum in Würzburg. Die Pfarrer zu der Zeit hatten wohl den Auftrag nach hellen Köpfen Ausschau zu halten, um damit den Nachwuchs an Theologen zu sichern. Julius Döpfner, der spätere Kardinal von München, kam aus Hausen bei Bad Kissingen und wurde sein Klassenkamerad. Eine freundschaftliche Beziehung blieb bis zum Tod von Kardinal Döpfner.

Bernhard Halbig begann jedoch nach der Schulzeit eine Ausbildung zum Buchhändler in der Würzburger Filiale des Verlages Schöningh. Der Weg führte ihn über Buchhandlungen in Offenburg, Mainz, Münster und Wien in die Leitung des Verlages Schöningh nach Paderborn.

1940 heiratete er Maria Gepp aus Münster. Gemeinsam wurden sie Eltern von zwei Söhnen und einer Tochter. Nach dem Ausbomben am 17.01.45 mit dem Totalverlust aller Habselig­keiten galt sein ganzes Schaffen dem Wiederaufbau des Verlages. Eine seiner ersten Reisen mit einem klapprigen Pkw durch die verschiedenen Besatzungszonen galt seiner geliebten Heimat in Eyershausen.

1948 verließ er den Verlag Schöningh um sich mit einer kleinen Buch­handlung in Paderborn selbständig zu machen. Zusätzlich übernahm er in rascher Folge drei Bahnhofsbuchhandlungen in Paderborn ,Geseke und Lippstadt. 1955 wurde er Präsident der Kath. Verleger und Buchhändler West­deutschlands. Dieses Amt brachte ihn mit vielen Führungspersönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kirche zusammen.

Schon 1954 hatte er mit Freunden in Paderborn die DJK Segelflug­gemeinschaft gegründet und wurde ihr erster Vorsitzender. Als 1970 die Paderborner Luftsportler zur Luftsportgemeischaft fusionierten, wurde er deren Ehrenvorsitzender. Mit großer Freude erlebte er, wie sein Verein 1981 in Paderborn die 17. Segelflugmeisterschaften austragen durfte. Schon 1958 hat er die Privatpilotenlizens erworben und mit Freunden ein neues Flugzeug gekauft, das von dem legendären Fliegerpater Paul Schulte auf den Namen „Onkel Paul" getauft wurde. B. Halbig war einer der ersten, der das Flugzeug zu seinen Geschäftsreisen einsetzte.

Während des Krieges konnte er durch Informationen und Hilfen eines anderen Klassenkameraden aus dem Kilianeum, der Arzt geworden war, seinem durch einen Unfall geistig behinderten ältesten Bruders Alfons vor möglicher Euthanasie retten und ihn in dem Forstbetrieb des Verlages Schöningh verstecken. Dieser Bruder baute sich nach dem Krieg auf der Warth in Eyershausen eine kleine Einsiedelei mit Kleinstlandwirtschaft. 1956 starb der Bruder und B.H. schuf sich an gleicher Stelle ein kleines Ferienhaus. Sobald es seine Zeit erlaubte, war er mit Familie und Freunden auf dieser Hütte. Auch der spätere Bischof von Würzburg, Paul Scheele war als junger Theologe sein Gast. Wann immer B.H. gefragt wurde, stand er den Eyershäusern mit Rat und Tat zur Seite, natülich auch den Vereinen.

1960 eröffnete er eine weitere Buchhandlung in Bielefeld und kam in den Vorstand einer bundesweit arbeitenden Buchgenossenschaft. Im gleichen Jahr gelang es ihm, mit seinem ältesten Sohn Dietmar, inzwischen auch Pilot, Eyershausen mit dem Flugzeug zu erreichen und einige Runde über und ums Dorf zu fliegen. Damals war der Grenzbereich nur mit aufwendigen Sonderfreigaben zu erreichen.

1968 wurde er dann durch Kardinal Tisserant im Liebfrauendom zu München zum „Ritter vom heiligen Grab" geschlagen. Besonders glücklich war er, als Julius Kardinal Döpfner, sein alter Klassenkamerad, einer der ersten Gratulanten war.

Im Herbst 1982 erlitt B.H. einen schweren Schlaganfall von dem er sich nicht mehr erholte. Er starb am 01.06.1983 zu Hause im Kreis der Familie. Nach einer feierlichen Verabschiedung in der Marktkirche zu Paderborn wurde er seinem Wunsch entsprechend auf dem Friedhof in Eyershausen beigesetzt. Die Eyershäuser nahmen in beeindruckender Form Abschied von ihrem Bernhard, natürlich waren Abordnungen der Ritter, und viele Fliegerfreunde zum letzten Geleit angereist.

 

Bernhard Halbig in Robe