Abschrift erstellt durch Erwin Homer im Juni 2001:

Wesentlicher Inhalt der Gemeinde-Beschlüsse der Gemeinde Eyershausen

vom 28. Januar 1847 - 18. August 1861

Seite 1 - 5, vom 28 .Januar 1847:

Speißgetreide für Ortseinwohner der mittleren und geringen Klasse, den sogenannten "Speißgetreidebedürftigen":

Die Gemeinde haftet mit dem Gemeindevermögen um diesem Personenkreis das benötigte "Speißgetreide" zukommen zu lassen!

Seite 6 - 10, vom 1. August 1847:

Kündigung eines Darlehens (1000 Gulden) von Sabine Greißinger, aus Königshofen:

"Zur Abtragung des von Sabine Greißinger aufgekündigten Kapitals (1000 Gulden) soll dieses beim Elisabetha-Spital in Königshofen wieder aufgenommen werden!"

Seite 11 - 16, vom 1. Oktober 1848:

Beibehaltung oder Neuregelung des "Steinefahrens" zum Bau und Reparatur der Strassen:

"Das Steinefahren wird weiterhin nach dem alten Recht, dem Recht "Nach Herkommen" durchgeführt!"

Seite 17 - 19, vom 20. Oktober 1851:

Klage der Theresia Zeißlein Hs.Nr. 81 in Sache Holzrecht:

"Die Gemeinde weis was unter "förmlichen Bewohnen" eines Hauses" zu verstehen ist und braucht keine Belehrung durchTheresia Zeißlein"!

Seite 20 + 21, vom 26. September 1853:

Absendung einiger Jünglinge und Mädchen zum Oktoberfest nach München:

"Die gesamte Gemeinde hat es abgelehnt einige Jünglinge und Mädchen auf Kosten der Gemeinde- oder Steuerkasse zum Oktoberfest nach München zu schicken"!

Seite 22 - 25, vom 26. Oktober 1854:

Aufforstung bzw. Kultivierung von Gemeinde- Hutflächen und Ödland:

"Die übrigen vorkommenden Holzplätze und Odungen können wegen ihrer überhängigen bergigen Lage und Bodenbeschaffenheit der Kultur nicht zugeordnet werden. In Anbetracht des Viehbestandes des hiesigen Ortes, den Schaf und Rinderherden, darf eine übermäßige Ausdehnung der Kultur nicht erfolgen"!

Seite 26 - 28 vom 29. Oktober 1854:

Antrag von Veronika Hummel mit ihrem unehelichen Kind nach Nord-Amerika auszuwandern:

Die Gemeinde hat dem Antrag zugestimmt und für die Summe von 140 Gulden haftbar erklärt, falls das Kind in den ersten 5 Jahren zurück kommt"!

Seite 29 - 34, vom 31. Dezember 1854:

Neuverpachtung der Gemeindejagd:

Neuverpachtung an den seitherigen Pächter Augustin Höller, Pachtdauer;6 Jahre, jährlich 15 Gulden Jagdpacht, ausführlicher Pachtvertrag und Contrakt Beschluß"!

Seite 35 - 39, vom 17. Juni 1855:

Ablehnung der vom landwirtschaftlichen Bezirks-Comite entworfenen neuen Flurordnung:

"Die Gemeinde besteht auf ihre bisher übliche Flurordnung die vom kgl. Landgericht bestätigt und genehmigt ist"!

Seite 40 - 43, vom 18. Januar 1857:

Bekanntmachung des Circulars vom 12. Januar 1857, Flächenverteilung:

"Die Gemeindeglieder und Mitglieder der Körperschaft erklären, daß sie auf die seitherige Flächenverteilung bestehen und mit derselben einverstanden und einig sind"!

Seite 44 - 47, vom 18. Januar 1857:

Stattgefundene Wiederbesetzung der hiesigen Pfarrei;

Der von der Gemeindeverwaltung gefaßte Beschluß über die Aufzugs- und Verstallungskasten der stattgefundenen Wiederbesetzung der Pfarrei wurde von den Gemeindegliedern gebilligt"!

Seite 48 - 51, vom 14. April 1857:

Aufstellung und Dienung eines Schweinehirten;

"Auf mehrfach gestellten Antrag der ganzen Nachbarschaft wurde beschlossen einen Schweinehirten auf das Jahr 1857 zu dienen. Die Schutt und Besoldung erfolgt nur von den Schweinezüchtern und von Jedem der Schweine zur Weide treibt"!

Seite 52 - 55, vom 5. Oktober 1857:

Antrag von Theresia Zeißlein auf Zufriedenstellung des Holzanspruches;

Dem Antrag wurde stattgegeben, Theresia Zeißlein erhält aus der nächsten Hiebfläche (1858) 10 Gerten Waldfläche als Ausgleich für vorenthaltene Holzrechte aus den Jahren 1851, 1852, 1853, 1854 und 1855 zugebilligt"!

Seite 56 -59, vom 6. Juni 1858:

Gemeindebeschluß zum Grabenfegen:

Jeder der Holz aus der hiesigen Gemeinde bezieht ist verpflichtet Graben zu fegen,und jede andere Gemeindefrohnd zu leisten!

Seite 60 - 63, vom 29. August 1858:

Beschluß zur Bildung eines Fundes für ein Getreidemagazin;

Ortsvorstand und die Gemeindeglieder stimmten dahin, daß der Jagdpachtschilling aushiesiger Markung dazu verwendet werde, und sämtliche Grundbesitzer damit einverstanden sind"!

Seite 64 - 69, vom 7. November 1858:

Gemeindeversammlung mit 2 Beschlüssen;

A. Beschluß zur Aufbesserung der Schullehrerbesoldung!

B. Regelung der Schafhaltung, Satzung mit 4 Punkten, Ankauf von Schafen, Stückzahlbegrenzung, Termin und Weideregelung"'

Seite 70 - 73, vom 6. Februar 1859:

"Auf Anordnung des kgl. Landgerichtes wurde Punkt 3 der Satzung, vom 7. November1858, Begrenzung der Schaf-Stückzahl abgeändert"!

Seite 74 - 78, vom 12. April 1859:

Zusätzlicher Holzhieb zur Schuldentilgung:

"Alle Anwesenden erklären ihre Zustimmung dazu, daß ein Verhieb von 25 TagwerkMittelwaldbestand aus dem hiesigen Gemeindewalde noch gemacht werden, um mit dem Erlös daraus zur Schuldentilgung der Gemeindeschulden zu verwenden, und bestätigen dies durch Namens Unterschrift"!

Seite 79 - 8l, vom 29. Mai 1859:

Öffentliche Bekanntgabe; "Der Beschluß des kgl. Landgerichtes vom 14. Mai 1859 Nr. 7349, über den Beschluß vom 6. Febr. da. Ja. u. 7. Nov. v. Je., die Gemeindeschäferei und Schafhaltungsrecht betreffend wurde öffentlich vorgelesen, desgleichen auch die §§ 11 und 19 des Gemeindeediktes, und denselben eine 4 tägige Erinnerungsfrist von heute an vorgestreckt"!

Seite 82 - 85, vom 18. September 1859:

Beschluß zum Kauf einer neuen Feuerspritze;

"Entscheidung der Gemeindeglieder, ob die hiesige Feuerspritze einer authentischen Reparatur unterworfen werden sollte, wodurch ein Aufwand von mehr als 300 Gulden erforderlich werden dürfte, oder ob eine neue Spritze angeschafft werden soll. Die sämtlich Erschienen erklärten sich dahin, daß eine neue Spritze und zwar eine dauerhafte und dem Zweck entsprechende angeschafft werden soll; laut Unterschrift; ...."!

Seite 81 - 100, vom 12. Februar 1860:

Holzrecht in Eyershausen:

"Normen bei Vertheilung des Mahsholzes aus dem Gemeindewalde dahier". a ist heilige Pflicht der Gemeindeverwaltung nach Kräften dafür Sorge zu tragen, daß die Rechte der Gemeinde, und die üblichen althergebrachten Ortsbestimmungen aufrecht erhalten werden.

Um nun einerseits dieser Verpflichtung nachzukommen, anderntheils aber auch dem Wunsche und Verlangen der Mehrzahl der hiesigen Gemeindemitglieder zu willfahren, versammelten sich die Gemeindeverwaltung und sämtliche Gemeindemitglieder auf dem Gemeindezimmer dahier, um die seit unfürdenklichen Zeiten bestandenen und hergebrachten Bestimmungen über den Bezug und die Vertheilung des Mahsholzes aus dem hiesigen Gemeindewalde mehr zu bekräftigen und einzuschärfen, hiebei aber auch einige Bestimmungen näher zu erklären und hinzusetzen und zu einem förmlichen Gemeindebeschlusse zu erheben, damit die Gemeinde für die Zukunft allen Eventualitäten und kostspieligen Prozessen enthoben werde.

A

Seit unfürdenklichen Zeiten bestanden hierorts bezüglich der Holzvertheilung folgende Bestimmungen:

I.

Wer sich bis Peterstag (22. Februar) das Nachbarrecht gesetzlich erworben, den Verfassungseid abgeleistet und vor dem Holzausmessen verehelicht hat, dem muß in denselben Jahre die ihm gebührende Holzmaß zugemessen werden.

II.

Wer ein holzberechtigtes Wohnhaus durch Kauf, Ehelichung oder Erbschaft sich erworben hat, muß dasselbe auf Peterstag (22.Februar) förmlich bewohnen, wenn er das auf dem Haus haftende Holzrecht erhalten will.

Ist er aber ein neuer Nachbar und hat als solcher die Bedingung der nächstfolgenden Bestimmung erfüllt, so erhält er für jenes Jahr nur die sogenannte Frohndmaß, wenn nicht ein besonderer Grund in dieser Beziehung zwischen ihm und der Gemeindeverwaltung ein anderes bestimmt.

III.

Der Besitzer von einem holzberechtigten Hause erhält das auf seinem Hause haftende Holz erst dann, wenn er sein Haus selbst förmlich bewohnt, d.h. er muß sein Haus nach dem ortsherkömmlichen Sinne, worüber die Gemeindeverwaltung und das Feldgericht entschieden hat, und auch künftig zu entscheiden hat, bewohnen.

IV.

Wenn der Gemeindewirth ein holzberechtigtes Wohnhaus dahier besitzt, so erhält er die Hausmaß von seinem Wohnhause, wenn er solches auch nicht bewohnt während er im Gemeindewirthshause wohnt. Der Gemeindewirth macht sonach von dem ad III. beschriebenen hechte allein eine Ausnahme.

V.

Die Holzberechtigten mit Ausnahme der Besoldeten dürfen im Walde kein Holz verkaufen, wenn sie nicht nachweisen können, daß sie noch auf ein Jahr Vorrath haben und das neue Holz nicht bedürfen.

VI.

Das Holzverzeichnis wird vom Ortsvorstande angelegt, dann von der Gemeindeverwaltung und dem Feldgerichte geprüft; besonders muß genau untersucht werden bei den Zugängen, ob solche nach den bestehenden Rechten auch Holz ansprechen können, und es ihnen zugemessen werden dürfe."

Dies sind die hergebrachten Hauptbestimmungen bei Vertheilung des Mahsholzes, welchen öfters die Schlußworte beigesetzt sind; Omnia ad Majorem Dei Gloria (Alles zur größeren Ehre Gottes).

Festhaltend an diesen Bestimmungen wird zum besseren Verständnisse derselben noch Folgendes festgesetzt;

B.

I.

Ein jeder neuer Hausbesitzer hat sich bei dem jeweiligen Gemeindevorsteher zu melden, daß er sein Haus bezogen habe und bewohne und deshalb das Holz anspreche.

II.

Eine Person, welche auf die Abgabe des auf ihrem Hause zu beziehenden Holzquantums Anspruch machen will, muß selbständig d.h. großjährig sein und darf nicht mehr unter älterlichen Brode stehen.

III.

Muß ein Hausbesitzer sein Wohnhaus Petri (den 22. Februar) besitzen und förmlich bewohnen.

Unter förmlicher Bewohnung eines Wohnhauses im eigentlichen und im hiesigen ortsüblichen Sinne, ist zu verstehen; "die Betreibung eines Geschäftes, die Fuhrung eines geordneten Hauswesens, die Benützung des Herdes und Ofens in dem Wohnhause; also die Führung einer geregelten Haushaltung wird unter der förmlichen Bewohnung eines Hauses verstanden, und nur eine solche Bewohnung hat Anspruch auf das Recht des Holzantheils; alle und jede anderweitige Definition, sohin auch jede juristische, ist nicht stichhaltig und sohin unzulässig, weil damit nur eine fingierte d.h. Scheinbewohnung eines Hauses verstanden werden will.

IV.

Es kann sohin eine Person, welche ein Wohnhaus mit Gemeinderecht besitzt, aber beurlaubt im Militairdienste steht, so daß sie jeden Augenblick zu ihrem Regimente einberufen werden kann, keinen Anspruch auf Mahsholz machen, weil die fragliche Person ihr Wohnhaus nicht bewohnen kann. Ist aber eine solche Person bei Ausmessung des Mahsholzes noch nicht einberufen, so muß ihr auch der treffende Holzantheil zugemessen werden; wird sie aber nach der Vertheilung einberufen und steht ein ganzes Jahr im Dienste, so wird ihr der abgegebene Holzantheil wieder in Abzug gebracht.

V.

Unter keiner Bedingung darf ferner eine Person den treffenden Holztheil eines besitzenden Wohnhauses erhalten, wenn sie in ständigem Taglohn arbeitet und nur im eigenthümlichen Wohnhause schläft, weil sie sich quasi verdungen hat.

VI.

Un jeder Scheinbewohnung eines Wohnhauses vorzubeugen, und damit den treffenden Holzantheil eines berechtigten Wohnhauses auf Schleichwege erzielt werden kann, muß ein jeder das ihm zufallende Holz verbrauchen. Hiermit soll aber nicht gesagt sein, daß das Holz unnöthiger Weise verbrannt werden müßte, denn wenn jemand Holzersparnisse macht, durch Einrichtung von Sparöfen oder sich vieleicht andere Brennmaterialien als; Oberholz, Steinkohlen, Torf zur Betreibung seiner Haushaltung anschafft, so kann ihm nicht verwehrt werden sein Mahsholz zu verkaufen.

Endlich

VII.

Da gewiß nicht alle Fälle von Scheinbewohnungen aufgeführt werden können, so wird der jeweiligen Gemeindeverwaltung die Befugnis eingeräumt: "Nach bestem Gewissen zu entscheiden, ob eine Person oder Familie ihr holzberechtigtes Wohnhaus förmlich d.h. unter vorbezeichneten Punkten oder blos zum Scheine bewohnen und ihr sohin der treffende Holzantheil gebührt oder nicht".

Nach Vorlesen unterzeichnen sich: 140 Ortsnachbarn

Seite 101 - 104, vom 3. Juni 1860:

Auswanderung der Veronika Hummel aus Eyershausen nach Nordamerika;

Auf heute wurden sämtliche Gemeinde-Mitglieder durch den Polizeidiener auf das Gemeindezimmer geladen um nach dem Antrage der ledigen Veronika Hummel welche mit ihren zwei außerehelichen Kindern nach Nordamerika auswandern will, und nach der Aufforderung des kgl. Landgerichtes im 30. Mai lf. Jrs. Nr. 8143, Beschluß zu fassen, ob der Veronika Hummel zur Bestreitung der Reise- und Überfahrtskosten, die ihr noch fehlenden 67 (sechszig sieben) Gulden aus der hiesigen Gemeindekasse beigeschossen werden sollen.

Alle Gemeindemitglieder erklärten sich für die Ausbezahlung fraglicher Gulden aus den Einnahmen der Gemeindekasse dahier an die Veronika Hummel, sobald dieselbe die gerichtliche Auswanderungs-Erlaubnis erwirkt haben wird, und bestätigen solches durch eigenhändige Unterschrift:....

Seite 105 - 108, vom 11 .Februar 1861:

Neuverpachtung der Jagd;

Nach dem Tod des bisherigen Jagdpächters. Augustin Höller, wurde die

hiesige Jagd, für jährlich 18 Gulden Pachtzins, neu verpachtet. ----------

Seite 109 - 112, vom 3. Mai 1861:

Auswanderung der Margarete Scheu aus Eyershausen nach Nordamerika;

"Auf heute wurden sämtliche Gemeindemitglieder durch den Polizeidiener auf das Gemeindezimmer geladen, umnach dem Antrage der ledigen Margarete Scheu, welche nach Nordamerika auswandern will, und nach mündlicher Aufforderung des kgl. Landgerichts Beschluß zu fassen, ob der Margarete Scheu zur Bestreitung der Reise- und Überfahrtskosten, die ihr noch fehlenden fünfzehn Gulden aus der hiesigen Gemeindekasse beigeschossen werden sollen. Alle Gemeindemitglieder erklärten sich für die Ausbezahlung fraglicher 15 Gulden aus den Einnahmen der Gemeindekassen dahier an Margarete Scheu, sobald dieselbe die gerichtliche Auswanderungserlaubnis erlangt haben wird.

Seite 112 + 113, vom 21. Juli 1861:

Regelung der Hand- und Spannfrohnd, sowie Fuhrdienste durch Akkordanden zum Bau des projektierten neuen GemeindeWachthauses.

Seite 114 - Schluß, vom 18. August 1861:

"ES versammelten sich heute nach gehöriger Ladung die Ortsmitglieder auf dem Gemeindehause, um über die imlandgerichtlichen Zuschreiben vom 18. Aug. Nr.: 7209 gemachten Vorstellungen bezüglich des Verkaufs des Gemeindewirthshauses und Realrechtes, sowie Verlegung des Gemeindezimmers in das neu zu erbauende Wachthauses, sich zu berathen und Beschluß zu fassen.

Nach Verlesung erwähnten Zuschreibens und längerer Berathung erklären die Gemeindemitglieder einstimmig Nachstehendes;

Wir können zu einem Verkaufe des Gemeindewirthshauses samt Realrechts unsere Zustimmung nicht ertheilen, aus folgenden Gründen;

1. Durch eine Verlegung des Gemeinde- und Berathungs-Zimmers in das Gemeindewachthaus würde letzerer Bau bedeutend größer werden, wodurch die Ansicht unserer Kirche, unstreitbar die schönste Zierde unseres Ortes, verdeckt würde.

2. Ein derartiger Neubau würde auch weit mehr Kosten verursachen als der projektierte Bau, es möchte sonach aus dem Erlöse des verkauften Gemeindewirthshauses, wenn derselbe dahin gerechnet wird, nur ein geringes Kapital übrig bleiben.

3. Die Gemeinde ist der Nebengebäude zur Unterbringung des Ertrages der Gemeindewiesen benöthigt, ebenso bei allenfallsigen KavallerieEinquartierungen der Stallungen. Was das Vaselvieh anbelangt so stimmt die Gemeinde dahin, daß dessen Haltung beim Gemeindewirthshause verbleiben soll, indem die Gemeindemitglieder in den Pächter Georg ,leger das Zutrauen setzen, daß er ihre Erwartungen als tüchtiger Vaselviehhalter realisieren werde.

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Erkenntnisse aus diesem Sammelband von Gemeinde-Beschlüssen:

In den Gemeinden war schon damals ein "Soziales Netz" vorhanden.

Beispiele: Die Haftung der Gemeinde für das "Speißgetreide" der Ortseinwohner der mittleren und geringeren Klasse.

Zur auswanderungswillige Mitbürger wurde das ihnen noch fehlende Kapital für Reise und Überfahrtkosten nach Nordamerika aus der Gemeindeund Steuerkasse zugeschossen.

Nach Erlass des Gemeindeediktes hatten die Bürger, auf kommunaler Verwaltungsebene, ein hohes Maß an Mitbestimmung und Entscheidungsfreiheit. Um Beschlüsse zu fassen, die die Gesamtgemeinde betreffen, wurden alle Gemeindeglieder zur Stimmabgabe geladen.

Trotz Kaiserreich wurde damals schon auf kommunaler Verwaltungsebene "Demokratie pur" praktiziert!

Die heutigen Gesetze für Bürgerbegehren und Bürgerentscheide, um den Bürgerwillen zu entsprechen, bedurfte es zu dieser Zeit nicht!

Juni 2001

Erwin Homer